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Sonntag, 4. Mai 2014
Donnerstag, 19. September 2013
Ein Rückblick auf nicht ganz so tolle "Blockbuster" des Sommers 2013
THE WOLVERINE - Meh...
Wobei die Flashbacks zu Nagasaki die stärksten Szenen waren und für einen eigenen, besseren Film getaugt hätten (mit Logan im 2. Weltkrieg, z.B. gut möglich wäre: erst kämpft er gegen die Japaner, dann hilft er Ihnen nach dem Einschlag der Atombomben und kämpft gegen Mutanten, die daraus entstanden sind :P). Und in der 2. Hälfte gibt's ein paar echt gute Momente (die Operation am eigenen Leib; der Kampf mit den Ninjas und deren Pfeil-Orgie z.B.), aber dann...dieses Finale...mit der nervigen Viper und dem trashigstem Twist seit langem.
Dabei verlangt der Film zudem fortwährend, dass man ihn ernst nimmt, mit aufgesetzter noch-nich-ganz-R-Gewalt, willkürlich-einsetzenden Jean-Grey-Traumsequenzen und recht bemühten Anlehnungen an Clint Eastwood und Western (Mundharmonika im Soundtrack, sowie die Morriconeske Abspannmusik - wir kapieren's ja...). Vergisst aber dabei, eine Geschichte über 08/15-Klischee-Actioner-Niveau, mit vielleicht mal interessanten Charakteren, zu erzählen.
Aber ja bloß keine Experimente wagen, schließlich muss ja mit der Mid-Credits-Sequenz auch noch X-Men: Days-of-Future-Past eingeführt werden.
Letztendlich dennoch besser als "X-Men Origins: Wolverine"...auch wenn es Mangold deutlich besser könnte.
ELYSIUM - Ui, war das ein holpriger Ritt...
Blomkamp verblockbusterisiert sich mit ELYSIUM nun vollends und packt in seine inzwischen obligatorische, hyperdetaillierte und sau-schön-(dreckig)-gestaltete Südafrika-Dystopie (diesmal als Kulisse fürs futuristische L.A.) leider nun auch noch Shakey-Cam und Instant-Epic-Mucke dazu - während schäbige Dubsteps, vereinzelte Splattereffekte, Roboter-Gags, standartisierte Dritte-Welt-Probleme und Sharlto Copley als abgefuckt-schrulliger Mercenary Kruger (mit Mittelfinger-Neurose) noch als eigentliche Seele des Films durchscheinen wollen, jedoch nur schwer gegen die hemmende Kommerzialität der Inszenierung ankommen können.
Da hat Damon als prophetischer Erlöser schon einen übermenschlichen Exo-Suit und matscht niemandem die Fresse platt, macht immer nur halben Rabatz mit den Schergen, die er dann immer wieder unbeholfen mit Gewehrsalven finished (zumal man dank des Kameragezitters und viel zu chaotischer Schnitte den meisten Actionszenen kaum folgen kann). Da wird ab und an immer noch mal Verhoeven-ige Satire versucht, die im überdramatisierten Stilkonstrukt absolut unstimmig wirkt und hilflos versandet - wie so ziemlich die gesamte erste Hälfte des Films. Welcher aber ab Eintritt des an Leukämie erkrankten Mädchens doch schon an Fahrt und Emotion gewinnt und im Verlauf sogar einigermaßen gut Tension aufbauen kann, die aber im annahenden Finale immer wieder durch inszenatorische Schwächen abgebremst wird - da scheint einfach durch, wie unerfahren der gute Blomkamp doch noch ist, trotz seiner wunderbaren Ideen: sein Drehbuch mag zwar einfältig und märchenhaft sein, aber unter einer bodenständigeren Umsetzung und ein bisschen mehr Feinarbeit im Auflösen einiger Situationen (wie lapidar unpointiert manche Plotpoints hineingeworfen werden; was manche wichtige Charaktere für einen unwirksamen Abgang serviert bekommen, etc.) hätte er durchaus viel mehr herausholen können.
Er hätte sogar den ganzen Film mit dem anarchisch-vulgären Killer-Kruger als Hauptprotagonisten erzählen können, der von der Präsenz her schon weit interessanter als Blue-Collar-Matt-Damon daherkommt. So bleibt einem aber doch nur eine stolprige, bemühte Sci-Fi-Erlöser-Action-Sause, die zwar durchweg unterhält, aber nur bedingt ins Herz dringt. Ich wünsche Blomkamp wieder mehr Glück bei seinem 30 Mio. $ Sci-Fi-Comedy-Projekt mit DIE ANTWOORD. Bis dahin...
KICK-ASS 2 - Ist KICK-ASS 2 eine selbstironische (verlogene) Parodie auf Versatzstücke des Comicfilmgenres bzw. auf sich selbst/Kick-Ass 1? Schließlich werden alle etablierten Elemente solcher Streifen so teilnahmslos, überhastet und platt-einfallslos abgehakt, dass man den Film ausschließlich durchweg nur belächeln kann (auch wenn man dem durchweg aufdringlichen Schimpfwörter-Humor damit zu sehr schmeicheln würde). Zudem wird immer und immer wieder aufgesagt, dass dies die "reale Welt mit realen Konsequenzen" sei, kurz bevor wieder irgendeine durchgeknallte Schlachtplatte abgezogen wird, wo Leute auf Knopfdruck kotzen/kacken, durch Adrenalin unzerstörbar und fix wie der Rote Blitz werden, etc. - Ist KICK-ASS 2 somit der KINDSKÖPFE 2 des Hero-Kinos?
Wunderbar unterstützt wird dies auch durch zerwackelte Actionszenen, furchtbare Greenscreen-Effekte, einem (bescheiden ausgedrückt) chaotischen Handlungsstrang & Spannungsbogen und einem noch kleineren Budget & Schauwerten als Teil 1. Zwischendurch wird sogar ein Coming-of-Age-Subplot für HITGIRL eingebaut, der innerhalb von wenigen Minuten ungewitzt MEAN GIRLS nacherzählt und High-School-Schülerinnen so übersimplistisch-cartoonhaft hormongetrieben und hinterfotzig präsentiert, dass man Mark Millar/Jeff Wadlow nicht gerade als beste Frauenversteher einordnen sollte.
Punkten kann der Film dann trotzdem mit seinem eigentlichen Fokus Chloë Moretz, die gewohnt gut dasteht, egal was sie macht, auch wenn sie hier deutlich unterfordert bleibt, wie eigentlich jeder im Ensemble. Selbst Jim Carrey, der noch eine gehörige Ladung Enthusiasmus und ausgespielte Eskapismus-Power mitbringt, wird immer nur recht kurz angeschnitten und scheidet sogar recht schnell aus der Handlung aus, die Platz machen muss für die mittelmäßig-motivierten Assi-Aktionen des MOTHERFUCKERS und seiner stereotypen Wrecking Crew. Ihr zynisch-sadistisches Treiben zeigt eigentlich den stilistischen Nukleus des Vorlagenautors Millar in seiner pursten Form, wird dann aber innerhalb weniger Augenblicke durch etliche "Reale Welt"-Peptalks weichgespült.
Vielleicht sollte das ja alles so von Adapteur Jeff Wadlow gedacht sein: "Ihr mögt Superheldenfilme? Fuck You." Und erwartet dann trotzdem von uns, dass man sich trotzdem gut unterhalten fühlt und eine Connection zu den Protagonisten halten kann. Wie packend kann so eine Farce allerdings sein? Jedenfalls nicht so viel wie beim ersten Teil - das soll schon was heißen.
R.I.P.D. - Was für eine öde Fantasy-Cop-Comedy. Schon recht unfassbar: der Schnitt ist rasant, die Kamera verspielt, die Effekte einigermaßen massiv, eine ganze Menge Action ist vorhanden und einige Schauspieler (who am I kidding: ausschließlich die Darstellerinnen) sind wach...und trotzdem kann einem nichts so sehr kackegal sein wie diese schlichtweg UNgezeichneten Charaktere und diese läppisch-formelhafte, witz-&-farblose Story (mit einem offenbar schier planfreien Bösewicht, dessen Motivation wie bei jeder Figur nimmer greifbar wird), dass man einfach nur wegdösen will.
Was war dennoch am Unterhaltsamsten? Sich vorzustellen, dass man einen Krimi-Film ausschließlich mit Nick & Roy's "Avataren", der Blondine und dem alten Chinesen (James Hong) erschaffen hätte - mag zwar auch albern sein, klingt aber nach weitaus mehr Spaß.
Ich rate ab (erst recht im O-ton - man versteht NICHTS von Jeff Bridges Akzent-Genuschel).
WHITE HOUSE DOWN - Der weitaus albernere White-House-Thriller-nach-Stirb-Langsam-Schema (fast 1:1 die Plotbeats diesmal) dieses Jahr - leider nicht ganz so albern, dass er das Fehlen der rabiaten Gewalt, des assig-magnetischen Hauptprotagonisten, der gar nicht mal so unwirksamen Tension und des überbordernd-verblendet-genüsslichen Patriotismus von OLYMPUS HAS FALLEN wett macht - dafür ist er einfach viel zu lang ausgewalzt und viel zu oft witzlos "ernst" gehalten.
Ausserdem sieht der 100 Mio. $-DOWN viel zu sauber und platt-hell-ausgeleuchtet aus, ironischerweise mit beinahe ebenso klobigen CGI-Effekten (die Explosionen!) wie sein 30 Mio. $-Pendant FALLEN (welcher zudem inhaltlich und auch actiontechnisch weit mehr Abwechslung, Gefahr und Grit ablieferte).
Aber wenn WHITE HOUSE DOWN mal albern ist, dann aber mit naiv-bombastischer Chuzpe - was z.B. die neunmalkluge Tochter Tatums (Talia Al Ghul (jung) aus TDKR) da als THE ROCK-Hommage im Finale abzieht: phänomenal - Gyllenhall-Glubschaugen-Parade, keifende alte Säcke und ganz viel schlechtes Greenscreening inkl.
Fast empfehlenswertes Sommer-Quatsch-Kino - fast, weil es sein eigenes Eskapismus-Potenzial nur bedingt ausspielt und mit Blood&Gore weit effektiver gewirkt hätte, stattdessen allzu viele "dramatische" Genrestandarts uninteressiert-pflichterfüllend abfertigt. Zum herzlichen Auslachen dennoch gut geeignet!
THE WORLD'S END - Also, der Film ist durchgehend unterhaltsam und die Schauspieler geben allesamt ihr Bestes. ABER 'The World's End' fühlt sich eher wie ein Statement an, anstatt eine echt spaßige Komödie zu sein.
Wright und Pegg sahen es nach dem massiven Fan-Input wohl als ihre Pflicht an, die potenziellen One-Shots SHAUN OF THE DEAD & HOT FUZZ zu einer konzeptionellen Trilogie verschmelzen zu lassen. Und so kommt es, dass END vor sovielen Anspielungen an die vorangegangenen Werke strotzt, dass man ja nicht merken soll, wie bieder und formelhaft-vorhersehbar er, aus bemüht-verschleierter Ratlosigkeit heraus, tatsächlich inszeniert ist.
Lag sicherlich an Wright's Verbitterung über seinen SCOTT PILGRIM-Flop, dass er nun ein ganz klares Zeichen setzen wollte: Es ist nobler ein Original zu sein, Anti glattgebügeltes Hollywood, Anti-Reboot, Nostalgie & klassisch gestaltetes Kino FTW. Nun hab ich ja echt nichts gegen so eine Message an sich und finde deshalb den 3. Akt (der anders als der Restfilm nicht komplett durch die Trailer vorweggenommen wurde), der sich auf eben jene Message fokusiert und wirkungsvoll die durchweg etablierten Plotpoints zusammenflechtet, recht stark. Etablierte Erzählformeln an sich finde ich sowieso nicht schlimm, wenn der Inhalt dann trotzdem frisch und gewitzt bleibt.
Jedoch fand ich es recht ernüchternd, wie uninspiriert und bissfrei (immerhin im Gegensatz zu den Vorgängern erstmals ab 12) der Plot vorangetrieben wird - sowie die immer monotoner werdenden Kampfszenen - und wie gering die Gagdichte hier ist, als ob Wright ausversehen einen viel zu glattgebügelten Film hingezaubert hat, nur damit die Fans ja zufrieden sind.
So kommt es leider auch, dass das Herzstück einer jeden guten Komödie, die Charaktere, nicht mehr allzu liebenswert gestaltet sind und bar jeder Rationalität die Handlung des Films, die 12-Pubs-Tour, pflichtbewusst erfüllen müssen, weil sie es ja so schön haben wollen wie damals. Harte Sache natürlich, dass ihnen und den Filmemachern selbst dieser Wunsch beim besten Willen nicht erfüllt werden kann. Der Funke zündet leider nur noch schwach und hinterlässt leider einen recht bitteren, bemühten Nachgeschmack.
Aber der Gedanke zählt - nice try, boys...now go on with your life!
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Sonntag, 14. Juli 2013
Mehr Reviews der letzten Kinowochen
Eine typische High-School/College/Uni-Story alà RACHE DER EIERKÖPFE, Pixar-Style! So schön famos-witzig und auch gewitzt-einfallsreich inszeniert, dass man einfach nur damit sympathisieren kann. Stimmiges Character-Development und Unterhaltsame-Dramaturgie inkl. - nicht so gut wie das Original allerdings - 8/10
Ganz sauber-solider, düsterer Virenthriller mit einigen richtig groß aufgezogenen Setpieces (allen voran: die Sequenzen in Israel, dem Flugzeug und der WHO Forschungsstation) und neumodern-effektiver Jump-Scare-Tension. Leider kam das Ende zu kurz, hätte gut und gerne nochmal eine halbe Stunde länger sein können. Auffällig bemüht und unnatürlich war zudem die Vermeidung allzu direkter Gewaltdarstellungen, was darauf hoffen lässt, dass die mögliche Extended Version fürs Heimkino den Film doch noch ordentlich abrundet. Brad Pitt als universell fähiger Supermann und aufopfernder Familienvater bleibt aber das Herzstück und treibende Glied dieses rasanten Blockbusters und macht eine durchaus sympathische und strapazierbare Figur. Hätte alles auf jeden Fall viel schlimmer sein können (nach dem, was man so alles von Schwierigkeiten beim Dreh und in der Post-Production hörte), der Film hat meine Erwartungen übertroffen. Gelungen, aber nicht super. - 7/10
Wenn man schon Teil 1 mochte, wird einem auch dieser gelungene Nachfolger gefallen. Zwar steckt hier nicht soviel Herzschmalz drin wie im Vorgänger und die Figur der Lucy ist vom Humor her eher was für die ganz kleinen Zuschauer, aber dafür sind natürlich die Minions (die sich gegen Ende zu WORLD-WAR-Z-artigen Massentrauben auftürmen und zudem ihr recht offensichtliches Coming-Out zelebrieren) und Gru's Mädels wieder feinste Sahne, sowie der neue Schurke in petto, EL MACHO, der mit seiner Backstory wohl allen die Show stiehlt :) Spaß und gewitzte Unterhaltung, für jedermann geeignet. - 7,5/10
(Gesichtet innerhalb der RAY HARRYHAUSEN-Retrospektive im METROPOLIS KINO, Hamburg) Fabelhaft funktionierendes Fantasy-Abenteuer mit einem saugut-gelaunten Helden Jason und seinen höchst männlichen Argonauten, dass zwar nicht das Tempo, aber bereits die Grundstruktur vieler späterer und heutiger Blockbuster ähnlicher Coleur inne hat. Wie immer schön natürlich Harryhausen's Topeffekte, aber auch die Heroik und der Spaß der Monsterodyssee laden zur "göttlichen" Sandalenunterhaltung ein. Allerdings fehlt irgendwie noch ein Showdown mit Pelias, um die ganze Story abzurunden, aber auch egal, war schon richtig gut, der Film :) P.S.: Ein Remake nach modernen Standards wäre gar nicht mal so unsinnig ;) - 7,5/10
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Christian Witte,
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Sonntag, 24. März 2013
NO ONE LIVES (2013) Review
Kitamura's Neuer ist ein effektiv spannender und auch teils gaudiger "Killer vs. Killer-Thriller/Slasher", dessen Highlights die obligatorischen Blutfontänen und Splattereffekte (unter MIDNIGHT-MEAT-TRAIN-Niveau, dafür aber auch nich so CGI-lastig wie dort) darstellen, die für Kitamura-Verhältnisse manchmal aber auch etwas bieder sind (gilt auch für die Gesamt-Inszenierung an sich).
Das Drehbuch besitzt sogar ein paar interessante Wendungen und bietet nur wenig Verschnaufspausen - es wird sich schnörkellos von Kill zu Kill gehangelt. Jetzt kommt aber die Krux: in NO ONE LIVES ist NO ONE eine Identifikationsfigur und selbst diejenige, die es sein sollte, bekommt hauptsächlich fast schon komödiantische Wisecracks in den Mund gelegt.
Auch sonst sind die Dialoge eher rudimentär und pseudo-schlagfertig geschrieben, pendeln wie der Flow des Films immer irgendwie wahllos zwischen Härte und Humor hin und her - während so ziemlich alle Charaktere Bad Guys sind, was nicht grade zur Spannung beiträgt - insgesamt ist der gesamte Streifen dann auch so ziemlich egal. Schlecht ist er dennoch nicht, es ist ein Spaßwerk, in dem Arschlöcher nacheinander abgesäbelt werden: reicht. Ausserdem war der erste Abspann-Soundtrack-Titel nett retro-ig...
Vor der Vorstellung bei den FFF Nights gabs ausserdem noch eine kleine Verlosung, wo's u.a. ein Blu-Ray-Pack mit METAL TORNADO, H6 (cut) und 96 MINUTEN zu gewinnen gab. Die Frage dafür lautete: Wie hieß der eine Zombie-Streifen mit Lou Diamond Phillips, der vor ein paar Jahren mal rauskam? Nun ratet mal, wer die Lösung wusste und diese Top-Titel mit nach Hause nehmen durfte? ;)
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Samstag, 23. März 2013
STOKER (2013) Review
Park Chan-Wook's US-Debüt ist ein audiovisuell unfassbar präsize und liebevoll durchdachter Psycho-Family-Thriller, der in seiner Schnitt- und Kamera-technischen Narration vollmundig lecker stilisiert ist - dabei sogar die eher gewöhnliche und überraschungsarme Story maximal ausschöpft. Grundsätzlich steht diese auch weniger im Mittelpunkt, als das Ausspielen leidenschaftlicher Abneigung und erotischer Sehnsüchte, die in klimatischen Paraleelschnitt-Gewaltausbrüchen an die Decke gehen. Dafür hat man auch die denkbar besten Darsteller ausgewählt, die den perfiden Reigen der Unschuldsentsagung vorallem mit stechenden Blicken auskosten. Stil und Feeling stehen da also wieder mal über allem. Es ist natürlich schade, dass es Park Chan-Wook nach der Vengeance-Trilogie nicht mehr auf so ultradramatische Höhen und Larger-than-Life-Epen geschafft hat (mit diesem Film ja auch nicht), aber sein Gespür für Bild und Ton ist noch immer auf höchster Stufe - und so schafft er eine Sprache, die mindestens so stark und schön ist, wie die von Argento in SUSPIRIA (zumindest farbenpsychologisch war da OLDBOY aber noch weit ausgeprägter). Go watch it, aber leider erst im Mai zum offiziellen Kinostart in Deutschland. (gesichtet bei den FFF Nights in Hamburg)
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Dienstag, 15. Januar 2013
THE LAST STAND (2013) - Shitstorm gegen Splendid
+++UPDATE+++
Mittlerweile hat SPLENDID nach zahlreichen Beschwerden und dem Umstand, dass LAST STAND auch in Deutschland relativ mäßig an den Kinokassen läuft, ein Einsehen gehabt und zeigt ab Donnerstag, dem 07.02.2013 auch die ungekürzte Fassung im Kino.
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=465598773507577&set=a.415131008554354.93158.402137933186995&type=1&relevant_count=1
Zitat:
"Hallo Arnold Schwarzenegger-Fans,
ab Donnerstag, 7.2. wird in vielen Kinos auch die FSK 18 Fassung von "The Last Stand" laufen. Die um 22 Sekunden längere Fassung läuft dann neben der FSK 16 Version in diesen Kinos. Somit haben jetzt sowohl die jüngeren als auch älteren Arnold Fans die beste Möglichkeit „The Last Stand“ im Kino zu sehen. Verfügbarkeit und Spielzeiten der FSK 18 Version bitten wir euch dem Programm eures lokalen Kinos zu entnehmen."
Hier der ursprüngliche Artikel:
Seit Monaten hatte sich die Vorfreude auf Arnold Schwarzenegger's Comeback als Hauptdarsteller unter der Regie von Kim Jee-Woon (I SAW THE DEVIL, THE GOOD THE BAD THE WEIRD) immens erhöht. Nach einigen Retro-haltigen Teasern und Trailern gab's dann auch noch ein R-Rating und einen unterhaltsam digital-blutigen Red Band-Trailer obendrauf: http://screen.yahoo.com/last-stand-redband-trailer-233000911.html
Alles schien perfekt für eine gaudige Rückkehr zur alten Form des kernigen Actionhero-Genres unter dem leuchtenden Sheriffsstern des beliebtesten Österreichers der Welt.
Kurz darauf wurde bekannt, dass der deutsche Verleih SPLENDID den Film zweimal prüfen ließ: Einmal in einer ungekürzten KJ-Fassung und einer um ca. 22 Sekunden gekürzten FSK-16-Fassung. Zunächst berichtete Schnittberichte.com am 12.01.2013, dass der Film bei Kinostart dann in beiden Fassungen zur Verfügung stehen wird (http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=4768), doch knapp 2 Tage später, am 14.01.2013, kam die Schreckensnachricht:
Im Kino soll NUR die FSK-16-Fassung laufen, die ungekürzte Fassung wird dann später auf Blu-Ray/DVD nachgeliefert (Quelle: http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=4775). Verständlich, dass kaum jemand darüber erfreut war. Die zahlreichen Fans reagierten prompt und übten direkt auf den jeweiligen offiziellen facebook-Seiten von LAST STAND Deutschland und SPLENDID Kritik an diesen fragwürdigen Maßnahmen. Die einzige Stellungnahme, die von Seiten der Pagebetreiber kam, war:
"Hallo zusammen, wir haben uns entschieden den Film in einer FSK 16 Fassung ins Kino zu bringen. Wir wissen, dass sehr viele Arnold Schwarzenegger Fans unter 18 den Film auf der Kinoleinwand sehen möchten und sonst keine Chance dazu hätten."
(nachzusehen auf https://www.facebook.com/TheLastStandFilmDeutschland/posts/453199421414179)
Es ist jedoch unverständlich, warum SPLENDID jetzt diese "risikofreie" Schiene fährt. In den letzten Jahren konnten sie mit ihren deutschen Veröffentlichungen der EXPENDABLES-Filme (beidesamt ungekürzt im Kino laufend) recht große Erfolge feiern. Für Teil 1 flossen $8,211,457, für Teil 2 starke $12,133,346 in die bundesweiten Kinokassen rein (Quelle: boxofficemojo.com). Rechnet man dazu noch die Verleih- und Verkaufseinnahmen der nachfolgenden Heimkino-Varianten zusammen, kann man davon ausgehen, dass die FSK-18-80's-Retroaction ein glatter Erfolg war/ist.
Warum nun also die Aktion mit der gekürzten 16er? Gibt es jetzt heutzutage wirklich mehr Schwarzenegger-Fans unter 18 (die dann EXPENDABLES 1&2 gar nichtmal hätten sehen können zum Kinoeinsatz wegen der Altersfreigabe) - sind diese wirklich wichtiger als die zahlreichen potenziellen Kinogänger zwischen 18 - 50, die die Tage der gekürzten Schwarzenegger-Filme endgültig satt haben und nun einen Kinobesuch meiden wollen, wenn SPLENDID ihre Veröffentlichungspolitik nicht ändert?
Schwer wäre es jedenfalls nicht: dank dem Wunder der digitalen Projektion braucht der Verleih nichtmal zusätzliche Zelluloidkopien herstellen, können sich die Kinobetreiber dann einfach die ungekürzte Fassung bei Bedarf vom Server ziehen. Die Kosten wären dafür, laut einigen Kritikern auf facebook, gleich 0.
Die Frage, die mich aber am meisten beschäftigt ist, warum "nur" 22 Fehlsekunden für eine FSK-16-Freigabe reichen. Befinden sich in diesen Sekunden wenige Frames lange Einstellungen von Blut, explodierenden Körpern und Köpfen, die die ganze Grundhaltung, Wirkung und Story des Films so massiv beeinflussen, dass er dann nicht mehr jugendfrei ist? Schwer vorstellbar, wo doch die BBFC dem Film eine glatte ab 15-Freigabe verpasst hat (http://www.bbfc.co.uk/releases/last-stand-2013-0). Wahrscheinlicher wird wohl eher sein, dass SPLENDID aus Vorsicht 2 Fassungen abgeliefert hat, für jeweilige Fassung die Freigabe bekommen hat, die beantragt wurde (ist tatsächlich kein Einzelfall: ab 18 beantragte Filme kriegen die KJ auch meist, selbst wenn sie ab 16 tauglich sind, weil der Verleih das dann eben so will).
Somit ist es auch sehr wahrscheinlich, dass SPLENDID von Anfang an darauf abgezielt hat, das Publikum doppelt bezahlen zu lassen, wenn die ungekürzte Fassung fürs Heimkino nachgeliefert wird - die Leute würden ja trotzdem ins Kino gehen, fehlen ja "nur" 22 Sekunden.
Doch was SPLENDID wohl gerne vergisst, ist, dass man als Endverbraucher nur einmal für eine Blu-Ray bezahlen muss, die er sich dann so oft er will mit sovielen Mitgliedern seiner Familie und seines Freundeskreises anschauen, sowie auch später auf ebay und amazon Marketplace gebraucht verticken kann, ohne dass SPLENDID davon einen einzigen Cent sieht. Und die Leihgebühren für einen Film in der Videothek entsprechen auch nicht grade einem aktuellen Kinoticket für Erwachsene. Hinzu kommt ja auch, dass sie durch diese Aktion nicht nur verärgerte Fans für den Kinobesuch verlieren, sondern auch deren eventuelle Begleitung, die weitere verkaufte Tickets eingebracht hätten können. Und so können aus 100 Boykottierern ganz schnell mal weitaus mehr verlorenene potenzielle Kunden und Zuschauer werden.
Bad move.
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