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Freitag, 13. März 2009

DVD-Round-Up!

So, jetzt wird's mal seit langem wieder Zeit, dass ich ein paar DVD's vorstelle, die mir innerhalb der letzten Zeit so zugeflogen kamen und ich immer einhändig wie ein King aufgefangen habe (könnte zwar die Discs beschädigen, sieht aber verdammt cool aus):

"Johnny G. - Gangster wider Willen"


Ihr werdet's nicht glauben, die DVD kommt von 20th Century Fox, jaja, aber diesmal nicht aus Indonesien, sonst wären zumindest eine Disc voll obskuren Extras drauf. Nein, hier gibt's Filmographien und Trailer, mehr nicht, ich könnte jetzt nachprüfen ob das stimmt, aber da ich den Streifen gerade einem Kollegen ausgeliehen habe, kann ich das nicht. Warum ausgeliehen? Weil jeder mal sehen sollte, wie genial der Streifen ist! Im Grunde bekommen wir hier eine 30er-Jahre-Gangsterfilm-(man denke an James Cagney)-Parodie im "Walk Hard - Die Dewey Cox Story"-Stil geliefert, zwar ohne die ganze Nudity, aber dafür mit reichlich absurden Zeit-Raum-Kontinuum-verachtenden Jokes und viseuellen Spielereien alà "Nackte Kanone" geliefert. Wie so typisch für einen Amy Heckerling-Film (hier war sie wieder mal auf dem Regie-Posten) flacht die Handlung und das Interesse für den Streifen ab der 2. Hälfte etwas ab, aber darüber kann man dank den Performancesses von Michael Keaton, Joe Piscopo und co. leicht hinwegsehen. Auf jeden Fall ist für gute Unterhaltung gesorgt, viele Handlungselemente solcher klassischer Filme wie "Die wilden Zwanziger" und "Maschinenpistolen" werden hier teenagergerecht (PG-13-Rating, folks) parodiert und auch relativ aufwendig hommagiert (aufwendig in dem Sinne das es so aussieht, als wenn man Sets von "Es war einmal in Amerika" gleich mitübernommen hat). Nun aber mein Lieblingsthema: Synchronisation! Es empfiehlt es sich den Film zuerst im Englischen zu hören/gucken, da man hier viele kleine, feine Gags beachtet, die in der Übersetzung teils unnötig untergehen. Dafür bietet aber die Synchro von Synchronfreunde-Sorgenkind Michael Richter (verantwortlich für die Westsynchros der "Olsenbande" anno 1989) mindestens zwei riesige Brüller und ein paar schöne Rainer Brandt-eske Seitenhiebe auf das Synchrongeschäft an sich sowie noch eine ganze Reihe mehr surreale Dialoge als im Original, die es sich zu hören lohnt! Die Synchronbesetzung ist auch passend, wenn auch ungewöhnlich, Wolfgang Völz auf Danny DeVito, Wolfgang Ziffer auf Michael Keaton (Ulrich Griessiker wäre wie immer meine Wahl), das spricht ja erstmal für sich. Ansonsten ja, ich hatte/habe eine tolle Zeit mit dem Streifen und wünsche euch dasselbe, wenn ihr euch den Flim holt. "Man hat mir absolutes Schweigeverbot aufgelegt."


"Stiefbrüder"


Ich hab ja schon mehr als oft diesen Streifen gelobt und auch heute sage ich wieder: astrein! Jetzt hat er auch noch meine Familie begeistert, bei der ich zum ersten Mal durchsetzen konnte, dass wir einen Film auf englisch mit deutschen Untertiteln gucken (Herkules in New York zählt nicht, weil dessen DVD keine dt. UT's hatte), so gut ist der Streifen und so niedrig zu setzen ist die dt. Synchro, die zwar an der Besetzung nicht allzu große Fehler macht, aber dafür an dem Dialogbuch und der Betonungs-Umsetzung umso mehr. Da muss sich Jan Odle in Zukunft nochmal mehr anstrengen. Es ist jedenfalls kein gutes Zeichen, wenn die dt. UT's besser, origineller und vorallem originalgetreuer übersetzt sind als die Audio-Übersetzung. Zum Film kennt ihr ja schon meine Meinung, jetzt zur DVD: Die ist reich an Extras, aber nicht vollständig. Leider hat Sony es wieder mal nicht für nötig gehalten, uns das volle Programm der US bzw. UK-DVD zu liefern, weshalb wir uns mit Entfallenen Szenen, Outtakes, einem Line-o-Rama, dem Musikvideo von "Boats N Hoes" (oder Wellen & Weiber auf Deutsch) und dem fast durchgängig gesungenen Audiokommentar von Will Ferrell, John C. Reilly, Adam McKay und co., (gerne) zufrieden geben müssen. Zu den entfallenen Szenen muss man sagen, dass sie größtenfalls nett, aber nicht weltbewegend sind AUSSER die Szene mit den "Hausgeistern", die hätte in den Film GEMUSST, aber so ist sie natürlich auch hammergenial und superlustig, ansehen! Zum Audiokommentar: auch zum Brüllen. Einige der improvisierten Songs werdet ihr auch Wochen später noch vor euch hersummen, also, ihr seid gewarnt worden...


"Kill Switch"


Ach was, olle Steven ist auch mal wieder da, na dann mal sehen. Der Film an sich sollte noch mal ein gesondertes Review bekommen und zwar zusammen mit CombatJohnson auf der TrashPolice-Seite, kommt noch, versprochen. Eins kann ich jedoch jetzt schon sagen: Der Film ist was ganz besonderes...nicht besonders gut, dafür aber echt merkwürdig. Man denke einfach an das Ende des Streifens, gehört sowas überhaupt in einen Film rein? Naja, dazu später mehr, zur DVD: Kinowelt liefert den Film als Deutschland-Premiere in einer um 3. Minuten gekürzten Fassung (die Schnitte fallen nur sehr selten wirklich auf) und bietet sogar ein paar Extras (!, ungewöhnlich für Seagal-Filme!) wie ein paar Trailer und vorallem ein informatives Making-Of an. Dort erfahren wir u.a., dass der Regisseur auf Final Cut (von mir liebevoll Final Cunt genannt) schneidet, alle Darsteller mehr oder minder ziemlich wirr und unheimlich (ähnlich ihren Charakteren) sind, (wie Combat bemerkte) ein Mädel am Set zugegen ist, dass besser aussieht als der gesamte weibliche Cast und das Seagal mit seinen "Improvisationen" viele frische Ideen für den Dreh und Film geliefert hatte (man kann nur träumen, was damit alles gemeint ist...das Ende vielleicht?). Verdammt unheimlich...und fast schon besser als der Hauptfilm. Ist allerdings auch nicht so schwierig.


"Rache der Ostfriesen"


Jaja, die Fortsetzung wollte ich natürlich auch haben, also nichts wie gekauft! Allerdings muss ich feststellen, dass der Film nicht allzu gut ist, nicht mal an seinen Vorgänger ranreicht. Im Grunde wird fast dieselbe Geschichte mit fast genau denselben Darstellern von auf-jeden-Fall denselben Regisseur inszeniert. Allerdings sind die schlechten Gags, die den 1. Teil noch so sympathisch machten, nur noch selten vorhanden, machen dafür ein paar mehr halbgaren Sexszenen Platz und halten einen dabei nur geringfügig bei Laune. Das einzige, was den Streifen noch vor der Belanglosigkeit rettet, ist der Aufritt von Helga Feddersen, die sich mit Hi-Fi-Kung-Fu-Fighting-Moves gegen eine fette Bäuerin wehrt. "KUNG FU FEDDERSEN" wäre ein cooler Film gewesen, hätte es ihn auch mal gegeben. Aber das war's auch schon, der Rest des Streifens ist vergessenswürdig, schade. Zu den Extras: ähhh....ein paar Trailer, das war's. Tja.


"Ein Kind zu töten"


Ich weiß nicht, ob ich das schonmal gesagt habe, aber dieser Film ist einfach klasse! Spannend, aufwühlend, traurig, audiovisuell ergreifend und kontrovers zugleich bietet dieser Klassiker von 1976 dem geneigten Filmfan eine Horrorvision von beachtlicher Qualität. Ohne es anders ausprobiert zu haben, möchte ich empfehlen, den Film alleine zu gucken, denn ich schätze mal, nicht jeder wird mit dem, was dort passiert, einverstanden sein. Dennoch, ein Klassiker! Zur DVD: Die Bildqualität ist extremst wundervoll, es scheint, als wenn der Film erst vor 7 Jahren oder so gedreht wurde, was wirklich nichts schlechtes heißen soll, falls das jemand jetzt denkt. Das sieht verdammt gut aus (Und erzählt mir nichts von dem Besser-Sein einer Blu-Ray. Wenn ich mehr Grobkörnigkeit im Bild haben will, überspiel ich mir nen Film auf VHS und preise es nicht als High-Definition an)! Beim Ton dagegen muss ich Einspruch erheben, da die dt. Tonspur EXTREMST bassig ist und man erstmal an seinem EQ rumdrehen muss, um den Ton auf geeignete Verständlichkeit zu eichen. Dennoch bin ich erfreut über die hochwertige Münchener Synchro, die alle Verständigungsverhältnisse im Film originalgetreu und glaubwürdig umsetzt, dazu auch noch eine originalgetreue Übersetzung abliefert (Ausnahme: Der Voice-Over kurz vorm Abspann, der stört schon ziemlich). Extras: Es werden 2 Interviews mit dem Regisseur Narciso Ibánez Serrador und dem Kameramann José Luis Alcaine gezeigt, uns werden einige interessante Anektoden geliefert, ein bisschen hinter die Philosophie des Films geschult und vorallem die wichtigste Frage gestellt, warum Serrador nicht noch mehr Filme fürs Kino gemacht hat. Ich bin mir sicher, er hätte zu einem der ganz Großen aufsteigen können. Zudem wird noch der tolle, Gänsehaut-verbreitende Soundtrack vom viel zu früh verstorbenen (Selbstmord) Waldo de los Rios sowie ein umfangreiches, interpretatorisches Booklet mitgeliefert. Wieder mal eine klasse Leistung vom Label "Bildstörung", wir freuen uns schon auf zukünftige Releases (next up: La Bête).


"Der Windhund"


Ein typischer Belmondo-Film, der all das liefert was man von ihm erwartet: Smarte-Klugscheißer-Action von feinstem, hübsche Frauen, korrupte Bullen, möglichst viele Szenen mit Auto-Stunts, irrwitzige Dialoge, Belmondo's Filmtochter-mit-der-er-nicht-klarkommt UND SELBSTVERSTÄNDLICHERWEISE RAINER BRANDT ALS SEINE SYNCHRONSTIMME. Muss ich noch mehr sagen? Nein. Muss man den Film gesehen haben? Naja, durchaus unterhaltsam ist er schon und es gibt genug originelle Ideen, die einem doch bei Laune halten, also warum nicht, man kann nicht viel falsch machen, vorallem ist es auch mal abwechslungstechnisch nett, diesmal mehr blutige Krimiaction mit Italo-Police-Flair geliefert zu bekommen. Empfehlenswert für Belmondo und 70er Jahre-Fans und solche, die es werden wollen. Zur DVD: Die Bildqualität ist wie immer grandios, aber als große Überraschung muss man wirklich mal die für 1979 UNGLAUBLICH klare Tonqualität der Synchro für diesen Film loben. Das kann sich durchaus mit heutigen Produktionen messen lassen und wirft die Frage auf, ob die Synchro nicht auch im selben Archiv wie das Bildmaterial lag (Brandt hat auch oft erwähnt, dass damals die Synchros für diese Filme meist direkt in Frankreich abgemischt wurden). Extras sind in diesem Fall eine Handvoll Trailer und nun gut, das war's auch schon wieder, was erwartet man sonst, ein Line-O-Rama?


Okay, das soll's erstmal an DVD's gewesen sein, in den nächsten Monaten erwarten mich noch DVD's zu "Ananas Express", "Tarzoon-Schande des Dschungles" (auch wieder mit Dialogbuch von Michael Richter) und Die "Rosaroter Panther"-Collection mit Peter Sellers (absolute Klassiker). Vielleicht auch noch "Die Nackten und die Bestien" (wenn's denn endlich als FSK-18 erscheint), "Caddyshack" und die "Mr. Boo-Box" mit Samuel Hui, aber da entscheidet erst die Brieftasche, ob's dafür noch reicht. Mal sehen...

Bevor wir zum Ende des heutigen Eintrages kommen, noch eine Empfehlung, die hoffentlich auch bald auf DVD in Deutschland erscheint: Wenn ihr die letzten Wochen nicht im Koma gelegen habt, werdet ihr schon sicherlich von dem ganzen "Watchmen"-Hype gehört haben. Ich selber habe den Spielfilm noch nicht gesehen, da ich mich erstmal mit seiner Quelle befassen wollte. Aber anstatt mir einfach den Comic durchzulesen, hab ich mir mal den 5 1/2-stündigen Motion-Comic, sprich eine so gut wie möglich aus Original-Illustrationen-animierte Version des Graphic Novels (zudem noch mit nur EINEM männlichen Erzähler für alle Charaktere, leicht gewöhnungsbedürftig, aber logisch, da wir ja hier einen bewegten Comic schauen/lesen und unsere eigene Stimme beim Lesen von sowas vorstellen, schätz ich mal, ich hoffe ihr wisst wie ich das meine), angesehen und war echt baff! Ich glaube man könnte jetzt schon sagen, dass diese Version besser (und vorallem originalgetreuer) als Zack Snyder's Umsetzung ist, doch die muss ich ja auch erstmal sehen, also ist mein Urteil noch nicht final. Wenn ihr jedoch echt mal wieder richtig Gänsehaut haben wollt, ist der Motion-Comic ein echter Garant dafür, auch für Leute, die den Comic nicht kennen, denn, man sieht ja, es hat selbst mich begeistert, ich, der davon vorher überhaupt nichts wusste. Also, besorgt euch den mal, investiert genug Zeit darin, es lohnt sich, auch wenn Mailn Akerman nur im Spielfilm dabei ist, schade.


Wir verstehen uns, ja?^^

Sonntag, 8. Februar 2009

Und noch mehr Photoshop-Madness!












(Alle Bilder von GeneralUnsichtbar erstellt)

Donnerstag, 5. Februar 2009

Fa-rage!

Der General will mal wieder ein paar Filme kaufen, weiß aber bei manchen nicht, ob es sich lohnt, diese kaufen. Hier mal ein paar Artikel von meiner Wunschliste:

"Gung Ho" (1986)


Mammi, ich will noch nen Film mit Michael Keaton haben. Aber ist diese Komödie von Ron Howard auch wirklich gut (Frost/Nixon war ja schon klasse, wa?)? Wenn er besser ist als Mr. Mom, kauf ich den hier vielleicht eher.


"Little Miss Sunshine" (2005):



Ich hab den Film schon gesehen und kann ihn absolut nicht als Komödie bezeichnen, auch wenn ich gegen Ende gelacht habe, aber ansonsten recht depressiv war. Lohnt es sich, diesen Film zu besitzen und mit anderen Menschen gemeinsam anzugucken? Nicht, dass es so unangenehm wird, wie im Sozialunterricht "Hotel Rhuanda" zu gucken. Ansonsten ist der Film ja gut.


"Insignificance" (1985)


Wie bereits im Tony Curtis Special erwähnt, möchte ich gerne nochmal Joachim Kemmer auf Curtis hören. Ist der Film aber an sich gemessen gut (ihr wisst schon wie ich Qualität definiere, siehe meine Reviews)? Ich hoffe mal schon, denn Nicolas Roeg macht doch gute Filme, nich wahr?


"The King of Comedy" (1982)


Bitte sagt mir, dass der Film gut ist. Es kann doch nicht schlecht sein, oder?


"Der Vernichter" (1975)


Ich bin ja schon länger ein Fan von Tomas Milian und ich bin auch überzeugt, dass Umberto Lenzi gute Thriller produzieren kann, aber mit "Das Schlitzohr und der Bulle" haben se beide mich doch verwirrt. Now how about this one? Ich weiß, dass in diesem Film die berühmte "Das Leben ist ein Loch..."-Ansprache vorkommt und nen Trailer hab ick ooch jesehn, aber die DVD davon müsste ich mir aus Österreich importieren. Lohnt es sich?


Ich freu mich schon auf eure Antworten und Anregungen.

Checkin out, checkin in!

Mittwoch, 4. Februar 2009

"Mr. Mom" (1983)


Ja, da hat sich der General mal wieder einen Streifen mit Darstellergröße Michael Keaton reingezogen. Uns allen schon lange bekannt als "Betelguise" und "Batman 1989/1992", hatte auch er vorher ein paar "sichere" Rollen übernehmen müssen. ABER: Nachdem er jahrelang durch etliche TV-Auftritte (u.a. in der Serie "Working Stiffs" mit meinem Ebenbild Jim Belushi) und ein paar Kino-Nebenrollen tingelte, war "Mr. Mom" sein erster großer Durchbruch. Danach folgten Hauptrollen in Ron Howard's "Gung Ho", "Johnny G. - Gangster wider Willen", "Das Traum-Team" und die vorhin genannten Tim Burton-Kracher. Ich für meinen Teil, der sein komödiantisches Talent in Beetlejuice sehr unterhaltsam fand, war dann doch mal interessiert, den Mann in dieser mütterlichen Rolle zu begutachten. Der Trailer sah ok aus und das PG-Rating schreckte mich auch nicht ab (man denke an "NICE FUCKING MODEL" in Beetlejuice, ebenfalls PG), ja auch ich kann ab und zu mal "Familienunterhaltung" ohne großes Gefluche vertragen (siehe beliebige Judd Apatow-Produktion), ach was erzähl ich denn, viele super Komödien sind höchstens PG-13, wie z.B. Das Meiste von Bill Murray, Olsenbande, Police Academy, Balduin und der große Blonde, Spencer/Hill, muss ich hier noch mal alles aufzählen, was da rechts im Profil-Kasten steht? Jedenfalls ist Mr. Mom schon in einer vermeintlich kitschigeren Ebene angelegt (siehe "Vier lieben dich", ebenfalls mit Keaton), schließlich geht's hier ums Kümmern von Kindern und wacky Hauschaos, etwas was heute höchstens noch vom Disney Channel abgenudelt wird. Doch wenn man mal genauer hinsieht, entdeckt man, dass der Screenwriter-Credit hier JOHN HUGHES gehört, der Mann, der uns schon Klassiker-Skripte zu Meisterwerken wie "Die schrillen Vier auf Achse", "Hilfe, die Amis kommen", "Breakfast Club", "Ferris macht blau", "Beethoven", "Ein Ticket für Zwei" usw. geliefert hatte (bisher letzter Job: die Story zu "Drillbit Taylor"= so linkt sich Mr. Mom doch noch zu Apatow). Das bedeutete für mich nur eins: anschauen, auch wenn mir der Regisseur Stan Dragoti höchstens noch durch sein uninspiriertes "Großer Blonde mit schwarzen Schuh"-Remake "Der Verrückte mit dem Geigenkasten" bekannt ist. Allerdings zunächst nur auf Englisch, da ich noch am Überlegen bin, mir die DVD mit dt. Ton (UK-Import) zu kaufen UND weil ich hören wollte, wie viel hier geflucht wird. Also, wollen mir mal die Handlung abgrasen (btw: beachtet mal die vielen Gemeinsamkeiten mit "Die Simpsons", na gut einige Gemeinsamkeiten, aber sie sind da):
Jack (Keaton) lebt glücklich verheiratet mit 3 Kindern in Irgendwo-USA (nicht Kalifornien, wie wir später erfahren) und verdient als Auto-Fabrik-Manager-Marketing-Produktionsaufsicht-Irgendwas sein Geld, bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem er und Christopher Lloyd (nach 5 Minuten wieder raus aus dem Film, dennoch Co-Starring) ohne besonderen Grund gefeuert werden. Er startet daraufhin einen Wettbewerb mit Gattin Caroline (Teri Garr), wer als erstes von den Beiden einen Job bekommt auf eine Handvoll Dollar. Innerhalb eines Schnittes muss er ihr das Geld theoretisch geben, doch Frau Neu-Geldverdienerin lehnt dankend ab. Nun muss er sich um die Hausarbeit und den dazugehörigen Pre-Kindergarten-Nachwuchs seinerseits kümmern, während sie in einer Tuna-Coorperation erst schief angeguckt, aber bald zum kompetenten Mandelauge des Vize-Präsis Ron (Martin Mull) wird. Bei Jack zuhaus lassen sich desöfteren die TV-Reparateurin, der Gasmann, der Mann vom E-Werk und so weiter sehen und zwar ALLE ZUR SELBEN ZEIT. Kombiniert das mit 3 unkontrollierbaren Kleinkindern, einem unkontrollierbaren Staubsauger und einer verrückt-spielenden Waschmaschine und was kommt raus: Semi-Episches Chaos, dass dank Keaton's Einsatz und dramatischer Orchestersounds einfach nur saukomisch wird. Und wir lernen noch was dazu: Chili+Babies=voll nicht gut (ebenso bei Koffein+Maggie Simpson, wir erinnern uns)! Jack, der daran fast zusammenbricht, sucht sich als Konsequenz Freunde, weibliche Freunde... zum Pokern und verfällt immer mehr dem Soap-Opera-Virus, verwahrlost in Erscheinung und Realitätssinn (Richard-Dreyfuss-17-Tage-Bart und 2-Wochen-Hemd), während Caroline auf steile Karriere zusteuert und immer mehr von Ron-Burgundy-Lookalike Ron (!, Inspiration?) angehimmelt wird. Einer von Jack's "Freundinnen" scheint sich auch noch an ihn ranzumachen, was dazu führt, dass er einen Soap-Opera-Tagtraum mit ihm als Intrigen-Mordopfer hat. Er entschließt sich daraufhin, wieder voll im Leben (noch mehr als Dan) zu sein, rassiert sich und wirft sein 2-Wochen-Hemd ins Kaminfeuer (der zufälligerweise plötzlich da ist) und fordert seinen Ältesten Sohn auf, seine schon oft zusammengeflickte, 3/4-zerstörte Kuscheldecke auch dem Wikingergott zu übergeben. Doch er weigert sich, was ein ernsthaftes Gespräch zwischen den Vater und Sohn zur Folge hat. Was jetzt nach dem üblichen Familienschmalz klingt, entpuppt sich allerdings als lustigste Szene des Films und ich werde hier nicht verraten, warum. Es endet jedenfalls damit, dass Jack die Decke mit sich nimmt. Doch er hat noch einen Plan: wieder einen Job kriegen! Doch er hat aus der Vergangenheit gelernt und nimmt auch seine Kids mit zum Vorstellungsgespräch beim selben Arbeitgeber von früher mit. Doch es brauen sich Wolken auf, als Caroline auf der Geschäftsreise nach California (hab ich doch gesagt!) im Hotel unfreiwillig von Ron besucht wird und Jack am Telefon abwimmelt, wodurch der natürlich glaubt, dass sie ihn betrügt. Er rastet aus und überlegt sich, ob er nicht doch mal seine eine nymphomane Poker-Kumpanin anstößt. Wird noch alles gut? ach, wozu ein Geheimnis draus machen: Ja. THE END
Die wichtigste Frage, die ihr euch jetzt sicherlich stellt, ist: Wie sieht es mit Flüchen aus? Nun ja, ick habe öfters "Shit!" gehört und ein einziges Mal "Fuckin", kann mich aber da auch verhört haben. Nun zur Qualität des Films: Für heutige Verhältnisse bleiben die großen Lacher zwar aus, aber der Streifen strotzt nur so vor Charme und vielen kleinen Gags, die einen bei Laune halten. Natürlich bringt Keaton hier die guten Brötchen an den Mann mit einer Performance, die verdammt ausdrucksstark und auch auf eine psychopatiche Art überzeugend ist. Alle anderen Darsteller unterliegen da natürlich seiner grandiosen Präsenz, doch ich konnte auch nicht die Augen von Ron lassen, der seinem Will-Ferrell-ist-Anchorman-Pendant sowohl äusserlich, als auch verhaltensmäßig ähnlich sieht UND zudem noch in der dt. Version von Norbert Langer (der einfach die Stimme für Männer wie Ron oder Ron sein muss, aber leider nur einen Kurzauftritt auf Burt Reynolds (Ron Burgundy's Vorbild) in Anchorman hat, Zufall?!) gesprochen wird. Viel mehr ausser, dass Keaton von Pierre-Peter Arnolds gesprochen wird, weiß ich über die Synchro noch nicht, aber wir arbeiten dran. Ich hätte mir dafür von Vornherein aber schon lieber Ulrich Griessiker (wie in Beetlejuice...oh shit, jetzt hab ich seinen Namen 3-mal gesagt! NACH HAUS, NACH HAUS, NACH HAUS!) gewünscht, da er einfach mal genauso klingt wie Michael Keaton im Original (nur besser). Er ist für Keaton das, was Thomas Petruo für Thomas F. Wilson (Biff Tannen aus Zurück in die Zukunft) ist. Ach ja, zurück zum Hauptfilm, ja, der is lustig, ist es wert, angesehen zu werden und liefert schöne Unterhaltung für die ganze Famile. Wie gesagt, scheint es mir, dass die Simpsons ein gutes Stück von diesem Film für sich selbst abgehoben haben (als würde man eine der ersten Staffel-Folgen gucken oder wäre "Simpsons-Der Film" vor der Serie mal gelaufen), doch dasselbe könnte man heute über Family Guy sagen, also who cares?

Abschließend kann ich aber nur noch eins sagen: Keaton braucht ein Comeback!

Over and out.