Mittwoch, 4. Februar 2009

"Mr. Mom" (1983)


Ja, da hat sich der General mal wieder einen Streifen mit Darstellergröße Michael Keaton reingezogen. Uns allen schon lange bekannt als "Betelguise" und "Batman 1989/1992", hatte auch er vorher ein paar "sichere" Rollen übernehmen müssen. ABER: Nachdem er jahrelang durch etliche TV-Auftritte (u.a. in der Serie "Working Stiffs" mit meinem Ebenbild Jim Belushi) und ein paar Kino-Nebenrollen tingelte, war "Mr. Mom" sein erster großer Durchbruch. Danach folgten Hauptrollen in Ron Howard's "Gung Ho", "Johnny G. - Gangster wider Willen", "Das Traum-Team" und die vorhin genannten Tim Burton-Kracher. Ich für meinen Teil, der sein komödiantisches Talent in Beetlejuice sehr unterhaltsam fand, war dann doch mal interessiert, den Mann in dieser mütterlichen Rolle zu begutachten. Der Trailer sah ok aus und das PG-Rating schreckte mich auch nicht ab (man denke an "NICE FUCKING MODEL" in Beetlejuice, ebenfalls PG), ja auch ich kann ab und zu mal "Familienunterhaltung" ohne großes Gefluche vertragen (siehe beliebige Judd Apatow-Produktion), ach was erzähl ich denn, viele super Komödien sind höchstens PG-13, wie z.B. Das Meiste von Bill Murray, Olsenbande, Police Academy, Balduin und der große Blonde, Spencer/Hill, muss ich hier noch mal alles aufzählen, was da rechts im Profil-Kasten steht? Jedenfalls ist Mr. Mom schon in einer vermeintlich kitschigeren Ebene angelegt (siehe "Vier lieben dich", ebenfalls mit Keaton), schließlich geht's hier ums Kümmern von Kindern und wacky Hauschaos, etwas was heute höchstens noch vom Disney Channel abgenudelt wird. Doch wenn man mal genauer hinsieht, entdeckt man, dass der Screenwriter-Credit hier JOHN HUGHES gehört, der Mann, der uns schon Klassiker-Skripte zu Meisterwerken wie "Die schrillen Vier auf Achse", "Hilfe, die Amis kommen", "Breakfast Club", "Ferris macht blau", "Beethoven", "Ein Ticket für Zwei" usw. geliefert hatte (bisher letzter Job: die Story zu "Drillbit Taylor"= so linkt sich Mr. Mom doch noch zu Apatow). Das bedeutete für mich nur eins: anschauen, auch wenn mir der Regisseur Stan Dragoti höchstens noch durch sein uninspiriertes "Großer Blonde mit schwarzen Schuh"-Remake "Der Verrückte mit dem Geigenkasten" bekannt ist. Allerdings zunächst nur auf Englisch, da ich noch am Überlegen bin, mir die DVD mit dt. Ton (UK-Import) zu kaufen UND weil ich hören wollte, wie viel hier geflucht wird. Also, wollen mir mal die Handlung abgrasen (btw: beachtet mal die vielen Gemeinsamkeiten mit "Die Simpsons", na gut einige Gemeinsamkeiten, aber sie sind da):
Jack (Keaton) lebt glücklich verheiratet mit 3 Kindern in Irgendwo-USA (nicht Kalifornien, wie wir später erfahren) und verdient als Auto-Fabrik-Manager-Marketing-Produktionsaufsicht-Irgendwas sein Geld, bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem er und Christopher Lloyd (nach 5 Minuten wieder raus aus dem Film, dennoch Co-Starring) ohne besonderen Grund gefeuert werden. Er startet daraufhin einen Wettbewerb mit Gattin Caroline (Teri Garr), wer als erstes von den Beiden einen Job bekommt auf eine Handvoll Dollar. Innerhalb eines Schnittes muss er ihr das Geld theoretisch geben, doch Frau Neu-Geldverdienerin lehnt dankend ab. Nun muss er sich um die Hausarbeit und den dazugehörigen Pre-Kindergarten-Nachwuchs seinerseits kümmern, während sie in einer Tuna-Coorperation erst schief angeguckt, aber bald zum kompetenten Mandelauge des Vize-Präsis Ron (Martin Mull) wird. Bei Jack zuhaus lassen sich desöfteren die TV-Reparateurin, der Gasmann, der Mann vom E-Werk und so weiter sehen und zwar ALLE ZUR SELBEN ZEIT. Kombiniert das mit 3 unkontrollierbaren Kleinkindern, einem unkontrollierbaren Staubsauger und einer verrückt-spielenden Waschmaschine und was kommt raus: Semi-Episches Chaos, dass dank Keaton's Einsatz und dramatischer Orchestersounds einfach nur saukomisch wird. Und wir lernen noch was dazu: Chili+Babies=voll nicht gut (ebenso bei Koffein+Maggie Simpson, wir erinnern uns)! Jack, der daran fast zusammenbricht, sucht sich als Konsequenz Freunde, weibliche Freunde... zum Pokern und verfällt immer mehr dem Soap-Opera-Virus, verwahrlost in Erscheinung und Realitätssinn (Richard-Dreyfuss-17-Tage-Bart und 2-Wochen-Hemd), während Caroline auf steile Karriere zusteuert und immer mehr von Ron-Burgundy-Lookalike Ron (!, Inspiration?) angehimmelt wird. Einer von Jack's "Freundinnen" scheint sich auch noch an ihn ranzumachen, was dazu führt, dass er einen Soap-Opera-Tagtraum mit ihm als Intrigen-Mordopfer hat. Er entschließt sich daraufhin, wieder voll im Leben (noch mehr als Dan) zu sein, rassiert sich und wirft sein 2-Wochen-Hemd ins Kaminfeuer (der zufälligerweise plötzlich da ist) und fordert seinen Ältesten Sohn auf, seine schon oft zusammengeflickte, 3/4-zerstörte Kuscheldecke auch dem Wikingergott zu übergeben. Doch er weigert sich, was ein ernsthaftes Gespräch zwischen den Vater und Sohn zur Folge hat. Was jetzt nach dem üblichen Familienschmalz klingt, entpuppt sich allerdings als lustigste Szene des Films und ich werde hier nicht verraten, warum. Es endet jedenfalls damit, dass Jack die Decke mit sich nimmt. Doch er hat noch einen Plan: wieder einen Job kriegen! Doch er hat aus der Vergangenheit gelernt und nimmt auch seine Kids mit zum Vorstellungsgespräch beim selben Arbeitgeber von früher mit. Doch es brauen sich Wolken auf, als Caroline auf der Geschäftsreise nach California (hab ich doch gesagt!) im Hotel unfreiwillig von Ron besucht wird und Jack am Telefon abwimmelt, wodurch der natürlich glaubt, dass sie ihn betrügt. Er rastet aus und überlegt sich, ob er nicht doch mal seine eine nymphomane Poker-Kumpanin anstößt. Wird noch alles gut? ach, wozu ein Geheimnis draus machen: Ja. THE END
Die wichtigste Frage, die ihr euch jetzt sicherlich stellt, ist: Wie sieht es mit Flüchen aus? Nun ja, ick habe öfters "Shit!" gehört und ein einziges Mal "Fuckin", kann mich aber da auch verhört haben. Nun zur Qualität des Films: Für heutige Verhältnisse bleiben die großen Lacher zwar aus, aber der Streifen strotzt nur so vor Charme und vielen kleinen Gags, die einen bei Laune halten. Natürlich bringt Keaton hier die guten Brötchen an den Mann mit einer Performance, die verdammt ausdrucksstark und auch auf eine psychopatiche Art überzeugend ist. Alle anderen Darsteller unterliegen da natürlich seiner grandiosen Präsenz, doch ich konnte auch nicht die Augen von Ron lassen, der seinem Will-Ferrell-ist-Anchorman-Pendant sowohl äusserlich, als auch verhaltensmäßig ähnlich sieht UND zudem noch in der dt. Version von Norbert Langer (der einfach die Stimme für Männer wie Ron oder Ron sein muss, aber leider nur einen Kurzauftritt auf Burt Reynolds (Ron Burgundy's Vorbild) in Anchorman hat, Zufall?!) gesprochen wird. Viel mehr ausser, dass Keaton von Pierre-Peter Arnolds gesprochen wird, weiß ich über die Synchro noch nicht, aber wir arbeiten dran. Ich hätte mir dafür von Vornherein aber schon lieber Ulrich Griessiker (wie in Beetlejuice...oh shit, jetzt hab ich seinen Namen 3-mal gesagt! NACH HAUS, NACH HAUS, NACH HAUS!) gewünscht, da er einfach mal genauso klingt wie Michael Keaton im Original (nur besser). Er ist für Keaton das, was Thomas Petruo für Thomas F. Wilson (Biff Tannen aus Zurück in die Zukunft) ist. Ach ja, zurück zum Hauptfilm, ja, der is lustig, ist es wert, angesehen zu werden und liefert schöne Unterhaltung für die ganze Famile. Wie gesagt, scheint es mir, dass die Simpsons ein gutes Stück von diesem Film für sich selbst abgehoben haben (als würde man eine der ersten Staffel-Folgen gucken oder wäre "Simpsons-Der Film" vor der Serie mal gelaufen), doch dasselbe könnte man heute über Family Guy sagen, also who cares?

Abschließend kann ich aber nur noch eins sagen: Keaton braucht ein Comeback!

Over and out.

Kommentare:

Martin Hentschel hat gesagt…

"Johnny G. 2" wär doch mal ne Idee für ein Comeback

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Ich wäre auch für "Beetlejuice geht nach Hawaii", für das es ja auch schon seit den späten 80ern ein Drehbuch gibt!:)