Willkommen in der
Hölle: ultra-standardisiertes Monsteraction-Kino aus der
Underworld-Ecke, derartig seelenlos (was man dem Creature-Protagonisten
gefühlte 100mal vorwirft) und austauschbar, sowohl in seiner scheinbar
per Lückentext abgearbeiteten Storyline und Dialogarmut (soll nicht
heißen, dass es zu wenig Dialoge gibt, sondern hauptsächlich
langweiligste 08/15-Oneliner wie 'Fahr zur Hölle, Dämon', 'Es endet
heute Nacht' und 'Ich bin ein Dämonenprinz, hahaha!'), als auch in
seinem einschläfernd-gedimmten Look (den es auch in noch schlimmer mit
3D gibt) vereint mit einem beliebigen Instant-Tension-Soundtrack, der an
sich auch GEMA-frei sein könnte.
Ein einziger, großer Haufen Matsch, mit reichlich CGI-Kämpfen
zwischen ca. 5 klobig-einfallslosen Sets. Schneiden da die Charaktere
besser ab? Natürlich nicht. Die arbeiten genauso lasch mit biedersten
Klischees, lustlos abgefertigten, Exposition-erfüllenden Phrasen en
masse, besitzen keine dramatische Fallhöhe und versauern machtlos im
zwecklos-vorhersehbaren Narrativ. Und glaubt nicht, dass man sich das
ganze Charisma für die Kreatur des Frankensteins, hier Adam genannt,
aufgehoben hätte. Grimmig schaut er drein, schindet mit dramatischen
Zeitlupen Eindruck, obwohl er nicht mal irgendwas Außergewöhnliches oder
Bedrohliches an sich hat - ist nicht mehr als ein normaler Typ mit
einigen Narben und Eyeliner im Gesicht. Hätte sich Eckhart wenigstens
vorher noch ein bisschen aufgepumpt, könnte man seine Präsenz und auch
seine Stärke (schließlich scheint sein zusammengefrickelter
Menschenkörper unzerstörbar, wie Stahl zu sein) einigermaßen
nachvollziehen.
So allerdings bleibt er durchweg genauso seelenlos, wie ihn jeder
andere seelenlose Charakter im Film nennt und setzt damit den
ernüchternden Grundton für
I, FRANKENSTEIN, welcher ebenso lustlos und
ohne jede Ambition in die Welt gesetzt wurde, ausschließlich den
Durchschnitt bedienen soll und sich darüber hinaus nichts Inspiriertes
leisten möchte, dafür aber dennoch mehrere Millionen Dollar
verschwendet. Die Frage, die für Leute bleibt, welche so eine Misere
schon vom ersten Trailer an voraussahen, ob der Film zumindest in Sachen
unfreiwilligen Humor noch was zu bieten hätte, kann ich nur insofern
beantworten, dass man sich durchaus über die '
Nobody gave a
shit'-Attitüde der filmischen Gestaltung mockieren kann sowie über
einige ausgewählte Simpelst-Sätze, aber ansonsten ziemlich wenig Raum
zur Unterhaltung offen hat und wahrscheinlich nach dem ersten Viertel
abschalten will.
Wer aber bis zum Ende durchhält, erhält nichts weiteres als eine
erschreckend-uninteressierte Verwässerung des Frankenstein-Mythos, der
mit blassen, dem 'heiligen Kampf' verpflichteten, Gargoyles gegen
Vampir-ähnliche Dämonen (mit dusseligen Gummimasken) antritt, als ob ein
Computer das ausschließlich zweckmäßige Drehbuch entwickelt hätte
(welches sich natürlich auch noch eine Fortsetzung offen hält). Im
Endeffekt ist dieser Film zwar recht harmlos (sowieso komplett bissfrei)
und wird innerhalb kürzester Zeit sicherlich wieder vergessen, als der
Tax-Write-Off, der er vom Anbeginn der Konzeption bereits war (und an dem sich bedenklich viele Studios beteiligten). Aber auch
das hebt seine bis zum Himmel stinkende Überflüssigkeit kein Stück auf.
Naja, hat man was Anderes erwartet, mitten im Dumping-Monat Januar?
2/10