In letzter Zeit treffe ich desöfteren Filme an, die einen Anspruch haben, historische Tatsachen und Personen glaubwürdig zu beleuchten, ob nun im dramatisierten oder pseudo-dokumentarischen Rahmen, und bei mir absolut nicht ankommen, sogar anwidern - sei es durch grobe, geschichtliche Verfälschung, allzu überborderndes Befangenheitsgedöse, ekligste Propaganda oder einfach nur vollends misslungene Inszenierungen.
Ich denke mal, es lag an der prägenden Erfahrung mit dem 'TEUFELSGEIGER', dass ich nun wieder verstärkt hinter die manipulativen Erzählstrukturen und Aussagen jener Filme blicke, von daher hab ich mich entschlossen, diese an weiteren, schwierigen Beispielen zu beleuchten und darzulegen - wobei ich natürlich auch bei einem der 'Urväter' solcher Filme vorbeischaue, Veit Harlan.
Bevor ich noch mehr vorwegnehme, hier nun die an sich schon ausreichend aussagekräftigen Einzelbesprechungen, wie immer mit altbekannten polemisch-süffisanten Touch:
GEORGE - Allein vom Grundkonzept ist dieses apologetische Portrait komplett
unmöglich - da schneidet man affektierte Interviews mit den beiden
George-Söhnen Götz und Jan (sowie anderen Zeitzeugen) über ihren
umstrittenen Vater mit immens spekulativen Spielfilmszenen zusammen, in
denen Götz den Heinrich sogar spielt (einen befangeneren Darsteller
hätte man dafür nicht wählen können) - schlicht als unpolitischen
Unschuldigen, der einfach nur unter allen Umständen für seine Kunst
leben wollte UND natürlich auch noch den Verfolgten half, während die
russischen Besatzer als klischeehafte Antagonisten ihm alles vermiesen
wollten.
Wie objektiv sowas im Endeffekt ist, kann man sich wohl vorstellen:
kein Stück. Das riecht man schon nach wenigen Minuten, so
schrecklich-emotionalisierend es sich an die Gunst und Sympathie des
Zuschauers anbiedern will. Natürlich hatten die Söhne den größten
Einblick in das Wesen ihres Vaters. Und das der Mensch George sicherlich
jenseits von eindeutigen Kategorien wie Schwarz & Weiß oder Gut
& Böse war, wie auch andere Mitglieder des wirkenden Talents im
dritten Reich, kann man ja einigermaßen nachvollziehen.
Aber wie solche Aspekte in eben diesen platt-dramatisierten Narrativ
umgesetzt werden, ist einfach so unfassbar einseitig, frei von jeder
Kritik und penetrant reinwaschend, dass der Film als demonstrative
Helden-/Märtyrersage mit pathetischer Musikuntermalung im Endeffekt
stets unglaubwürdig wirkt, den Zuschauer zum naiven Narren hält - und
das, obwohl man inzwischen von endlos vielen Seiten bewiesenermaßen
gehört hat, wie Goebbels die verbliebenen Filmschaffenden im Dritten
Reich erpresserisch-gewaltandrohend zu den schlimmsten Werken zwang,
wenn sie überhaupt arbeiten wollten.
Es entwickelt sich ein zwielichtiger Grundtenor in diesem mittelmäßig
budgierten und handwerklich uninspirierten Dokudrama, welches
einerseits für sich beansprucht, ein objektives Bild vom Schauspieler zu
liefern, aber andererseits ausschließlich auf sentimentale Szenarien
zurückgreift, die suggerieren sollen: 'Schaut her, der war immer
DAGEGEN!', 'Die Nazis haben ihn reingelegt!' und 'Der hat den Armen
geholfen!' (jene 'Arme' in den Sowjetlagern waren u.a. Kriegsverbrecher,
was der Film ja verschweigt), damit die George-Söhne die Ehre ihres
Vaters als Opfer seiner Zeit ja aufrechterhalten, die Mitschuld
absprechen können. Da ist Regisseur Joachim Lang nicht mehr als eine
faule Marionette, die sich ihrem Subjekt von Grund auf ergeben hat und,
wie ein alter Propagandafilm aus jener Zeit, den hinterfotzigen
Rehabilitierungsauftrag der Georges ausführt.
'- Er war ein Faschist?
- Er war ein Schauspieler!'
Herrje...
Da empfehle ich eher die undramatisierte Dokumentation 'DIE MACHT DER
BILDER' über Leni Riefenstahl für eine objektivere, kritischere
Sichtweise jener Umstände.
ALI - Ich hatte fortwährend das Gefühl, dass Michael Mann nicht genau
wusste, was er mit dem Thema anfangen sollte, wodurch er viele Sequenzen
einfach unbeholfen zusammenklatschte und innerlich zerfahren wirkte.
Der erstrebte Spannungsbogen dahin, Cassius Clay zur inspirierenden
Ikone der Schwarzen in aller Welt, Muhammad Ali, zu machen, wird zwar
dringlich, aber höchstens oberflächlich behandelt, wie der Charakter
selbst - man hätte zudem als Zuschauer fast keinen direkten Bezugspunkt
dazu, wenn der Soundtrack nicht jeden möglichen Augenblick eine
Gospel-artige Emotionalisierung versuchen würde (was ja irgendwo auch
nach hinten losgeht).
Ich will nicht sagen, dass man den Film nicht komplett nachvollziehen
kann, da sagen die Handlungen Ali's schon mehr als ellenlange
Erklärungen seiner Erziehung oder sonstwas - die Charakterzeichnung wird
im Verlauf aufgebaut - und auch seine Boxkämpfe sind wirklich
ansprechend und energiegeladen gestaltet. Was man in den 2 1/2 Stunden
Laufzeit allerdings als Zuschauer wirklich mitnehmen soll, wird niemals
klar, man kann den wahren Sinn hinter allem nur schwer nachvollziehen.
Im Endeffekt wirkt ALI auch zu vollgestopft mit (repetetiven) Sequenzen
& Informationen über die wahren Ereignisse und Persönlichkeiten und
findet keine klare Linie, macht leider einen belanglosen Eindruck.
Weniger wäre mehr gewesen, um einen konzentrierteren Einblick in das
Wesen von Muhammad Ali zu gewinnen. Authenzität bringt da nichts auf den
Tisch, wenn man sich nicht im Vornherein klar wird, wie man mit ihr
eine packende Geschichte erzählen kann. Da hat Mann den
Prä-Produktionsprozess einfach zu fix vorangetrieben, erschien ALI doch
schon 2 Jahre nach THE INSIDER, welcher als autobiographische Geschichte
weitaus länger in der Vorbereitung steckte und im Endeffekt einfach
zig-mal besser und engagierter wirkt.
Wirklich ernüchterndes und bemühtes Biopic-Epos.
W. - Im Gesamteindruck bewusst spekulative und cartoonhafte Biopic-Komödie
über den dummdödeligen Hillbilly-Präsidenten George W. Bush und seine
dekadente, unfähig-selbstgefällige Crew. Ist es damit auch das
akkurateste Porträt des extrem umstrittenen 9/11-Politikers? Oder doch
nur die überlange Variante eines hyperplatten SNL- oder MAD-TV-Sketches,
dessen hingeschluderter und zweckmäßiger Inszenierungs-Stil stilecht
von Oliver Stone übernommen wurde?
Die Frage, die mich aber schon länger beschäftigt: Ist politische
Satire überhaupt witzig oder einfach nur 'clever' darin, nicht mehr als
das Offensichtliche einfach bemüht-grotesk darzustellen? In kleinen,
aktuellen bzw. relevanten Dosen finde ich sie mitunter noch erträglich,
aber sobald ich anfange, eine Jahrzehnte-übergreifende Chronik der
Satirezeitschrift TITANIC zu lesen, lege ich das Ding nach 30 Seiten zur
Seite und fasse es nie wieder an.
Das dachte sich wohl auch Stone und versucht ab und an halbwegs, die
Witzfigur Bush als problemgeplagten, naiven 'Underarchiever' mit
Daddy-Komplex und 'Born Again'-Narrativ zu humanisieren. Wer diesen
ganzen gefühlsduseligen Schlock ernst nimmt, ist nicht zu helfen,
jedenfalls scheint sich Stone dennoch um ein bisschen
Einfühlungsvermögen und Objektivität zu bemühen. Im Endeffekt strahlt
der in die Jahre gekommene Holzhammer-Polittrottel Olli aber einen
durchweg ambivalenten und unbeholfen-gestreckt aneinandergespuckten
Knallchargen-Quatsch aus, der die durchaus ernsten, brachialen
Handlungen der Bush-Ära als chaotisches Was-auch-immer-Machtspiel
trivialisiert, während er gerade in solchen Momente den dramatischen
Ernst der Situation vorpredigen will.
Und so wird auch seine Satire irgendwann so dröge, überraschungsfrei
und zerfahren platt, dass man schon nach gut einer Stunde keine rechte
Lust mehr auf dieses plakative Prozedere hat - sich selbst schon dabei
zuzuschauen glaubt, sich wie bei der TITANIC-Chronik halbherzig durch
das Geschehen schlagen zu müssen. Das Einzige, was einem dabei noch
helfen kann, ist mit der Figur des W. kurzzeitig zu sympathisieren - was
man ehrlich gesagt mit Politikern am besten nie machen sollte, aber im
Kontext eines dramaturgisch aufgebauten und überzeichneten Spielfilms
durchaus mal legitim ist, wenn man auch selber nicht mit jener Politik
übereinstimmt.
So kann man dann die ein oder andere, unterhaltsame Montage des sich
langsam machenden Dabbeljuh gut über sich ergehen lassen, im Endeffekt
bleibt aber die ernüchternde Erkenntnis, dass seine Person im Angesicht
seiner primitiv-unbeholfenen, fürchterlich-unbedachten und bis zum
heutigen Tage spürbar-destruktiven Entscheidungen viel zu gut wegkommt,
ihn als gutgläubiges Opfer politischer Intrigen zeichnet (Unwissenheit
schützt vor Strafe nicht, wie wir alle wissen). Aber was beschwere ich
mich auch, ich habe vom Oberflächen-befriedigten Stone nichts anderes
erwartet. Und sein 'W' erzählt einem nichts, was man nicht schon vor
2008 wusste oder selbst zusammenreimen konnte.
Wie mit Hitler, dem 2. Weltkrieg, der DDR und anderen
Historien-Rekreationen scheinen wir uns mit diesem kontemporären
Äquivalent als cineastische 'Heldensage' wieder nur nochmals selbst
belehren zu wollen, was wir schon längst ideologisch verinnerlicht
haben, egal auf welcher Seite wir stehen. Nun denn, immerhin kann man
hier einige wunderbar-dämliche Gags vom karikaturenhaften
Faschings-Ensemble (inkl. Bush's berühmtester Blödi-Catchphrases) mit
davon nehmen. Oder auch sogar mit dem Präsidenten der Fett-verstopften
Honkeytonk-Herzen per du gehen, wenn man überhaupt die Probleme der
oberen 10.000 nachvollziehen möchte :P
WORLD TRADE CENTER - Ohje, ohje...Was habe ich nur erwartet? Andere, wichtigere Frage: Wie
eklig ist Oliver Stone bitte? Welch eine schamlose, einem
TV-Katastrophenevent-ähnlich platt-dramatisierte und
peinlich-formelhafte Affekt-Ausbeutung der Tragödie (inkl. einem
Stars-verbratendem Figurengefüge alà Emmerich) sowie manipulative
Verwendung ihrer traumatisierenden Bilder unter dem Popcorn-gerechten
Deckmantel eines pathetisch-schwülstigen Helden-Denkmals (mit
Gedenktafel vor dem Abspann).
Arbeitet sodann beständig-kitschig auf eine metaphorische
Siegeshaltung für die westliche (bzw. amerikanische) Kultur und den
Familienzusammenhalt hin, die als Bewältigungs-Phrasendrescherei in
ihrer ideologischen Verblendung sogar an Vorbehaltsfilme wie 'Kolberg'
herankommt - die weitaus größere Dimension der problematischen
Polit-Ursprünge aussen vor lässt, dem ollen Bush quasi in die Hände
spielt, seine anstehende 'Rache' jovial rechtfertigt, dessen brachiale
Konsequenzen ausklammert und einen austauschbaren, plakativ-schludrigen
Distasterschlock von der Stange für den Mittelstand aufdrängt, ohne jede
inszenatorische Geschicklichkeit.
Z.B.: Nic Cage, unter Schutt begraben, mit Michael Peña an seiner
Seite: '8-13, this is McLoughlin, PAPD. Officer Jimeno requests his
daughter be named Olivia. Officer Jimeno would like his wife Allison to
know he loves her...'
NNNNNNNNNNEEEEEEEEEIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hauptsache alles sieht nach suburbanen, eindimensionalen und
verharmlosenden Hochglanz aus (u.a. die David-Hamilton-Flashbacks von
Jimeno's Familie, zu deren Haushalt hier öfters zwecklos hingeschnitten
wird) und lässt jeden für die gute Sache pflichtbewusst und
unreflektiert mithelfen - sogar überleben, wenn er nur mit vollster
Hingabe zu Gott betet und DURCHHÄLT. Dann kommen einem
bedeutungsschwangere Zeitlupen, ätherische Jesus-&-Ehefrau-Visionen
und die aufopferungsvollen Marines zur Hilfe. Schließlich sind 2
Überlebende Grund genug zum Feiern, während man die komplette Zerstörung
sowie tausende von Toten & Vermissten um einen herum vergisst und
endlich wieder lecker Hotdogs an selber Stelle essen kann.
"9/11 showed us what human beings are capable of. The evil, yeah,
sure. But it also brought out the goodness we forgot could exist. People
taking care of each other for no other reason than it was the right
thing to do. It's important for us to talk about that good, to remember.
'Cause I saw all of it that day."
oO
P.S.: Interessant und im Rückblick irrwitzig-befremdlich ist hier
übrigens der Auftritt von Michael Shannon als Mann Gottes, der sich als
re-aktiver Marine die Mission setzt, Menschen vor Ort zu retten. Dieses
Jahr hat er in der Semi-9/11-Allegorie MAN OF STEEL ja eben so einen
ähnlichen Charakter mit vollstem Herzen bekämpft!
DER GROSSE KÖNIG - Krieg als theatralischer, verherrlichender Kostümfilm unter
unkritischem und zudem grob-verfälschtem, historischen Deckmantel -
episch in seiner Goebbels-befriedigenden Aufmachung mit bis zum Horizont
gefüllten Massenszenen und Schlachtliedern, oberflächlich-naiv in
seiner rücksichtslos-volkstümlichen Hau-Drauf-Motivation als
patriotisches Heldentum gegen die listigen Feinde Deutschlands, deren
angebotener Frieden keine Option ist und sowieso nur Heuchlerei sein
kann.
Hauptsache man muss keine echten Schmerzen, sondern ausschließlich
Märtyrer zeigen - sowieso wird lieber ausgelassen berlinert und
vom-Schicksal-auserkoren-erfolgreich auf Durchhalteparolen gesetzt,
während die Bomben auf den Feind regnen und der Studioschnee sich
heiligsprechend auf die Schultern des erhaben-gnädigen Königs legt.
Zwischendurch kämpft sich eine provinzielle Kristina Söderbaum zudem
durch eine melodramatische Liebesgeschichte mit einem Feldwebel, damit
auch das weibliche Publikum was zu sehen hat - eine Formel, die bis
heute im belanglosen Kriegskitschgenre überlebt hat.
Schauspielerisch mit übergroßen Gesten und kriegerischem Gebrüll
agierend, bleibt auch jede Glaubwürdigkeit vor blinder Extatik und
bedeutungsschwangerer Vaterland-Dramatik im starrköpfigen Boden stecken.
Gestalterisch übrigens wiederum von erlesener, kurzweiliger und
effektiver Note, wie jede große Schicksalspropaganda, inkl. bornierter
Wiederaufbau-Symbolik im pathetischen Finale, die jedes im Kampf
gefallene Opfer mit weitbewachsenen Feldern, monotlithischen
Untersicht-Mühlen und einem sonnigen Himmel rechtfertigen will - Blut
& Boden sind rein geblieben.
Beinahe reuelose Verblendung der Mittel zum Zweck, eine
augenscheinlich zum Scheitern verurteilte Ideologie, die bei der
damaligen Reichsleitung wohl niemand einsehen wollte, sich geradewegs
von fehlgeleiteter Überzeugung abgestumpft ins Verderben stürzte. DER
GROSSE KÖNIG ist die filmgewordene Manifestation dieser
unbedacht-arroganten, siegessicheren Herrschaftsfantasienwulst - ein
bezeichnendes Mahnmal für kommende Generationen, anders aber als es sich
Goebbels & Harlan ursprünglich gedacht hatten.
DAS UNSTERBLICHE HERZ - Ein kurzweilig-prunkvolles Historien-Moralstück über den
unaufhaltbaren Drang nach Weltenerkundung und fortschrittlichem
Erfindertum im Angesicht von Kleinbürgerlichkeit, altehrwürdigem
Christentum und komplizierter Liebschaften. Jeder spielt in purer Manie,
mit schlagfertig-frechem Wortwitz, der Schnitt kommt deren Energie
beinahe gar nicht hinterher - es kracht und zischt ohne Unterlass,
selbst wenn Heinrich George's Taschenuhr-Erfinder-Peter Henlein eine
Kugel im Leibe steckt.
Doch wie es sich für einen Veit-Harlan-Film so gehört, muss eine
Menschengruppe wieder zugunsten einer propagandistischen Absicht
lächerlich gemacht/difammiert werden: hier werden wie in seinem 'JUGEND'
Christen & Pfaffen zum Gag, grundlos-fiesen Antagonisten und
'Scheißkerl' dekradiert - was zur antiklerikalen Haltung der Nazi-Zeit
ja durchaus legitim war und hier wieder im stetigen Handlungsverlauf
immer aufdringlicher auffallen und 'belehren' muss (heute arbeiten
Künstler wie Kevin Smith und Stephen King sowas ebenso platt in ihr Werk
ein).
Allerdings wird der Lutheranismus als Alternative zum verstaubten
Christentum durchgehend angepriesen und sogar durch eine Rekreation von
Luther's Thesen-Ans-Rathaus-Nageln inkl. Goebbels-artiger,
nationalfixierter Brüll-Ansprache verstärkt - warum? Weil in jenem
Christentum deutsch und nicht lateinisch gesprochen wird, will der Film
als essenziellen Vorteil deutlich machen - welch ein doof-gestalteter
Patriotismus.
So wird der Protagonist auch sonst als jemand gezeichnet, der für den
erstrebten, geistig-entwicklungstechnischen Höhepunkt seiner Heimat
einen Scheiß auf gesellschaftliche Konventionen gibt - zudem aber auch
die Liebesgefühle seiner Frau Ev (Kristina Söderbaum) aufgrund seiner
Bastel-Besessenheit vernachlässigt, diese ihn sogar für seine
'gottverfluchte Uhr' anschnauzt (weil sie auch um seine Gesundheit
fürchtet) und den Weiterbau dieser juristisch verhindern will. Ihrem
Gesuch wird nicht Folge geleistet, weil der Mann ja ein Lutheraner sei -
stattdessen will man ihn und seine Familie der Ketzerei beschuldigen.
Währenddessen versucht seine Frau ihn wieder zu betören und stellt
sich nackt wie Gott sie schuf vor ihn - er lacht sie nur aus und will
sich lieber wieder der Arbeit zuwenden. Dann rastet sie in bester
Söderbaum-Manier vollkommen aus, zerstört seinen Uhren-Prototyp - kalt
und starrköpfig schickt er sie davon. Der Bau der Uhr, der Fortschritt,
ist wichtiger als ihre Gefühle - ab diesem Zeitpunkt konnte ich keine
Sympathie mehr für diesen Charakter aufbringen, auch wenn seine reale
Vorlage ein durchaus nobles Anliegen verfolgte.
Schlussendlich will DAS UNSTERBLICHE HERZ auch nichts weiter als den
'Triumph des Willens' im Angesicht gesellschaftlicher, juristischer und
religiöser Hürden zelebrieren. Es ist jedoch unmöglich, die
geschichtlichen Hintergründe zur Entstehungszeit des Films auszublenden
(Statisten in Massenszenen heben sogar allesamt ihren rechten Arm zum
'Gruße') - und für eine inspirierend-eindringliche Erbauung des
Zuschauers fehlt es dem Film dann auch noch an glaubwürdiger
Ernsthaftigkeit, so ideologisch-offensichtlich-manipulativ die ganze
Geschichte und verblendet-extatisch-laberhaft seine Charaktere gestaltet
sind.
Die stetig-übergreifende, antiklerikale Propaganda-Keule, die sich
zudem auch mit handgreiflicher Gewalt im Film durchsetzen will, nervt
und versaut einen potenziell-unterhaltsamen und inspirierenden Film, den
dessen Schluss suggerieren wollte - im dritten Reich gelang das
sicherlich vollends, heute lässt das kritische Auge sowas nicht zu -
zurecht.
AFRICA ADDIO - ist weniger Dokumentation, denn erzkonservatives Pamphlet, welches
mithilfe seines Sprechers jedes historische Ereignis und jedes (teils
offensichtlich inszenierte/gefälschte) Szenario zur selben
apokalyptischen Schlussfolgerung führen lässt: Nur die weißen
Kolonialisten können Ordnung in Afrika halten - ohne ihre Führung
verkommt der Kontinent zum wilden, anarchischen Wust, inkl.
Plünderungen, sadistischen Tierverstümmelungen, illegalen Treibjagden,
rassenfanatischen Massakern, militanten Rebellen, etc. - sowohl von
schwarzen, als auch von weißen Einheimischen.
Dass die Kameras jene Ereignisse formgerecht und professionell
einfangen, ist sowieso schon bedenklich und jenseits vom Zufall. Doch
weit heftiger wiegt der Umstand, dass diese selbsternannte Dokumentation
beinahe ausschließlich in die extremsten Regionen der Auswüchse
vordringt, was sich für einen typischen, zynischen Mondo-Streifen ja
gehört, aber jegliche Hintergründe für diese Umstände ausklammert (es
wird suggeriert, dass die Einwohner geradezu grundlos Weiße hassen),
stattdessen mit Riz Ortolani's Superdramascore auf emotionalen
Stimmenfang geht.
Natürlich machen die gezeigten Bilder in ihrer schockierenden Drastik
und bitteren Gewalttätigkeit dennoch betroffen und inszenatorisch zeugt
der Film durchaus von wirkungsvoller Geschicklichkeit. Jenes dann aber
mit ulkig-vertonten Aufnahmen von Nationalparks alà 'DIE LUSTIGE WELT
DER TIERE' gegenzuschneiden, entkräftet die Eindringlichkeit des
kontroversen Sujets so sehr, dass man sich doch stark wundert, ob der
Film sich selbst noch ernst nimmt. Doch dann ziehen die Weißen natürlich
wieder ab und alle unbedarften Tiere werden unmotiviert abgeknallt - na
wenn das mal wirklich so war...
Man muss wohl über solche (aus heutiger Sicht) ideologischen
Dünnschisse hinwegsehen, um AFRICA ADDIO als Zeitdokument anerkennen zu
können, welches das Schlimmste im Menschen direkt & geradezu
ausbeuterisch auf Zelluloid bannte und den Zuschauer bis ins Mark
erschüttert. Ich persönlich hatte extreme Schwierigkeiten, mich an die
damalige Mentalität anzupassen, auch wenn Jacopetti und co. dafür ihr
Leben aufs Spiel gesetzt haben.
Mondofilme sind halt an sich von Natur aus ultrazynisches Zeugs -
drastische Bilder dokumentarisch zu zeigen, ist eine Sache. Aber in
welchen reißerischen Kontext Jacopetti sie setzt, dass der sie so als
emotionalisierte Message anbieten will und dabei auf Leichen und
Verstümmelungen zoomt, bis der Arzt kommt - das hätte man damals schon
bemängeln müssen, dass er sein Thema so pompös tragisch aufbauscht,
anstatt wirklich mal Informationen, Hintergründe und Aussagen zu
präsentieren. Ausser dem Sprecher ist da ja NIEMAND im Film im
Gespräch/Interview, da ist man ja gezwungen, dass für voll zu nehmen,
was der vor sich herlabert. Ganz, ganz schwierige Sache...
Sonntag, 17. November 2013
Montag, 4. November 2013
'DER TEUFELSGEIGER' (2013) Review
Ich hätte am frühen Morgen vom 03.11. noch nicht gedacht, dass ich tatsächlich am späten Abend noch den Weg in die wohl unansprechenste, 'inspired by Thomas Sabo'-Produktion im derzeitigen Kinoprogramm schaffen werde. Und dennoch überschlugen sich die Ereignisse wie verrückt und ohne es recht fassen zu können, war ich plötzlich gefangen im 2 (gefühlt 4) Stunden langen Terror einer David Garrett & Veronica Ferres-Produktion, unter der Regie eines Bernard Rose am Ende seiner Geistesgesundheit.
Ich kann danach nun mit vollem Herzen verkünden: DER TEUFELSGEIGER ist mit Abstand der fürchterlichste Film, den ich dieses Jahr im Kino sichten durfte. Ein protziger Kostümfilm, der mit seinem zweckmäßigen Prunk die ihm innewohnende Amateurhaftigkeit nur schwer verbergen kann. Es gibt nämlich nicht nur einen (dreist-einfallslos bei FAUST klauenden) plattgeriebenen, stinklangweiligen 'Spannungsbogen', sondern auch noch abstoßende Greenscreen-Effekte, karikaturenhafte und dennoch unfassbar farblose Charaktere, eine technisch misslungene und in ihrer Darbietung unendlich-lustlose Synchronisation, ungeschickte Schnitt- und Kameramuster inkl. Achsensprüngen ad absurdum UND zuguterletzt DAVID GARRETT in der Hauptrolle.
Dieser unfassbar träge, einschläfernde, talentfreie Kotzbrocken ist der größte Feind der Mimik und Intonation, den man sich kaum vorstellen kann. Seine Darstellung des Paganinis ist so blass, monoton, frustrierend und kaum nachvollziehbar, dass einem wohl kaum seine einzige eingreifende Handlung, die belanglose Romanze zur Tochter des Londoner Symphonie-Heinis Watson, interessiert - und erst recht nicht seine unsterbliche Sehnsucht nach ihr auf dem Totenbett, die in ihrer schwülstigen, unverdienten Melodramatik nicht mal Zuschauer im dritten Reich hätte begeistern können. Er ist einzig und allein nur dazu gut, seine Geigenkünste pornografisch abzufeiern und der Zuschauer muss sich dabei durch ein ca. einstündiges Konzert (der ernüchternde 'Klimax' des Films) seiner Virtuosität durchquälen.
Aber nicht nur der Hauptprotagonist ist die letzte, seditative Flasche. Sein Manager Urbani (Jared Harris) bleibt als hyper-unsubtiler Mephisto eine planlose und nutzlos-intrigante Spinatwachtel auf hohem Niveau mit eingewichstem Ziegenbart, der Londoner Chaot John Watson ein dusseliger und bemühter Einfaltspinsel mit Veronica Ferres als unbeteiligt-ausdrucksloses Anhängsel. Sowieso werden beinahe alle Frauencharaktere darauf beschränkt - wenn sie nicht gerade auf Puritaner-Mission gehen - feucht zu werden, sobald Paganini die Geige vergewaltigt, eine Rockstar-Allegorie, wie sie schon in AMADEUS und der ihn parodierenden Simpsons-Episode zu genüge dargestellt wurde.
Sowieso erzählt der Film einfach nichts Neues oder Erhellendes, hängt sich an altbackenen Klischees von Eurohochburgen wie Italien, London (insbesondere Whitechapel) und der damaligen, monarchisch-elitären Musikszene auf, liefert keinerlei Denkanstöße zu irgendwas und sucht nicht einen Moment lang die Kommunikation mit dem Zuschauer - brummt ihm stattdessen eine forcierte und höchst unglaubwürdige, biedere Romanze auf, die zudem nicht mal ein Quäntchen vom wahrscheinlich durchaus vielschichtigen Paganini aufzeigt, sondern diesen zu einem austauschbaren Schönling mustert, der zufällig auch gut Geige spielen kann, wenn er nicht gerade wieder besoffen, betäubt oder faul wie Sau im Bett herumlungert. Natürlich ist das Hauptthema des Films die Verführung - jene durch den Teufel höchstpersönlich, der Paganini's & Watson's Leben viel verspricht und auch wieder zerstören kann (gähn), sowie jene durch Paganini selbst, wobei ich nicht wirklich weiß, was er ausser seinem Fame Interessantes zu bieten hat.
So bleibt auch der gesamte Film oberflächlich, uneindringlich und aufgeplustert-einschläfernd, frei von jeder Verführungskunst - eine Fördermittelverschwendung erster Güte, mit einem Heer an unausstehlichen Wichsern am Hebel, die man schlichtweg nur hassen kann - ohne Gnade! Den einen Punkt gibt's aber noch aus Solidarität für die armen, hübschen Damen, die sich für diesen Honkstreifen entblättern mussten - mein Beileid.
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review
Donnerstag, 19. September 2013
Ein Rückblick auf nicht ganz so tolle "Blockbuster" des Sommers 2013
THE WOLVERINE - Meh...
Wobei die Flashbacks zu Nagasaki die stärksten Szenen waren und für einen eigenen, besseren Film getaugt hätten (mit Logan im 2. Weltkrieg, z.B. gut möglich wäre: erst kämpft er gegen die Japaner, dann hilft er Ihnen nach dem Einschlag der Atombomben und kämpft gegen Mutanten, die daraus entstanden sind :P). Und in der 2. Hälfte gibt's ein paar echt gute Momente (die Operation am eigenen Leib; der Kampf mit den Ninjas und deren Pfeil-Orgie z.B.), aber dann...dieses Finale...mit der nervigen Viper und dem trashigstem Twist seit langem.
Dabei verlangt der Film zudem fortwährend, dass man ihn ernst nimmt, mit aufgesetzter noch-nich-ganz-R-Gewalt, willkürlich-einsetzenden Jean-Grey-Traumsequenzen und recht bemühten Anlehnungen an Clint Eastwood und Western (Mundharmonika im Soundtrack, sowie die Morriconeske Abspannmusik - wir kapieren's ja...). Vergisst aber dabei, eine Geschichte über 08/15-Klischee-Actioner-Niveau, mit vielleicht mal interessanten Charakteren, zu erzählen.
Aber ja bloß keine Experimente wagen, schließlich muss ja mit der Mid-Credits-Sequenz auch noch X-Men: Days-of-Future-Past eingeführt werden.
Letztendlich dennoch besser als "X-Men Origins: Wolverine"...auch wenn es Mangold deutlich besser könnte.
ELYSIUM - Ui, war das ein holpriger Ritt...
Blomkamp verblockbusterisiert sich mit ELYSIUM nun vollends und packt in seine inzwischen obligatorische, hyperdetaillierte und sau-schön-(dreckig)-gestaltete Südafrika-Dystopie (diesmal als Kulisse fürs futuristische L.A.) leider nun auch noch Shakey-Cam und Instant-Epic-Mucke dazu - während schäbige Dubsteps, vereinzelte Splattereffekte, Roboter-Gags, standartisierte Dritte-Welt-Probleme und Sharlto Copley als abgefuckt-schrulliger Mercenary Kruger (mit Mittelfinger-Neurose) noch als eigentliche Seele des Films durchscheinen wollen, jedoch nur schwer gegen die hemmende Kommerzialität der Inszenierung ankommen können.
Da hat Damon als prophetischer Erlöser schon einen übermenschlichen Exo-Suit und matscht niemandem die Fresse platt, macht immer nur halben Rabatz mit den Schergen, die er dann immer wieder unbeholfen mit Gewehrsalven finished (zumal man dank des Kameragezitters und viel zu chaotischer Schnitte den meisten Actionszenen kaum folgen kann). Da wird ab und an immer noch mal Verhoeven-ige Satire versucht, die im überdramatisierten Stilkonstrukt absolut unstimmig wirkt und hilflos versandet - wie so ziemlich die gesamte erste Hälfte des Films. Welcher aber ab Eintritt des an Leukämie erkrankten Mädchens doch schon an Fahrt und Emotion gewinnt und im Verlauf sogar einigermaßen gut Tension aufbauen kann, die aber im annahenden Finale immer wieder durch inszenatorische Schwächen abgebremst wird - da scheint einfach durch, wie unerfahren der gute Blomkamp doch noch ist, trotz seiner wunderbaren Ideen: sein Drehbuch mag zwar einfältig und märchenhaft sein, aber unter einer bodenständigeren Umsetzung und ein bisschen mehr Feinarbeit im Auflösen einiger Situationen (wie lapidar unpointiert manche Plotpoints hineingeworfen werden; was manche wichtige Charaktere für einen unwirksamen Abgang serviert bekommen, etc.) hätte er durchaus viel mehr herausholen können.
Er hätte sogar den ganzen Film mit dem anarchisch-vulgären Killer-Kruger als Hauptprotagonisten erzählen können, der von der Präsenz her schon weit interessanter als Blue-Collar-Matt-Damon daherkommt. So bleibt einem aber doch nur eine stolprige, bemühte Sci-Fi-Erlöser-Action-Sause, die zwar durchweg unterhält, aber nur bedingt ins Herz dringt. Ich wünsche Blomkamp wieder mehr Glück bei seinem 30 Mio. $ Sci-Fi-Comedy-Projekt mit DIE ANTWOORD. Bis dahin...
KICK-ASS 2 - Ist KICK-ASS 2 eine selbstironische (verlogene) Parodie auf Versatzstücke des Comicfilmgenres bzw. auf sich selbst/Kick-Ass 1? Schließlich werden alle etablierten Elemente solcher Streifen so teilnahmslos, überhastet und platt-einfallslos abgehakt, dass man den Film ausschließlich durchweg nur belächeln kann (auch wenn man dem durchweg aufdringlichen Schimpfwörter-Humor damit zu sehr schmeicheln würde). Zudem wird immer und immer wieder aufgesagt, dass dies die "reale Welt mit realen Konsequenzen" sei, kurz bevor wieder irgendeine durchgeknallte Schlachtplatte abgezogen wird, wo Leute auf Knopfdruck kotzen/kacken, durch Adrenalin unzerstörbar und fix wie der Rote Blitz werden, etc. - Ist KICK-ASS 2 somit der KINDSKÖPFE 2 des Hero-Kinos?
Wunderbar unterstützt wird dies auch durch zerwackelte Actionszenen, furchtbare Greenscreen-Effekte, einem (bescheiden ausgedrückt) chaotischen Handlungsstrang & Spannungsbogen und einem noch kleineren Budget & Schauwerten als Teil 1. Zwischendurch wird sogar ein Coming-of-Age-Subplot für HITGIRL eingebaut, der innerhalb von wenigen Minuten ungewitzt MEAN GIRLS nacherzählt und High-School-Schülerinnen so übersimplistisch-cartoonhaft hormongetrieben und hinterfotzig präsentiert, dass man Mark Millar/Jeff Wadlow nicht gerade als beste Frauenversteher einordnen sollte.
Punkten kann der Film dann trotzdem mit seinem eigentlichen Fokus Chloë Moretz, die gewohnt gut dasteht, egal was sie macht, auch wenn sie hier deutlich unterfordert bleibt, wie eigentlich jeder im Ensemble. Selbst Jim Carrey, der noch eine gehörige Ladung Enthusiasmus und ausgespielte Eskapismus-Power mitbringt, wird immer nur recht kurz angeschnitten und scheidet sogar recht schnell aus der Handlung aus, die Platz machen muss für die mittelmäßig-motivierten Assi-Aktionen des MOTHERFUCKERS und seiner stereotypen Wrecking Crew. Ihr zynisch-sadistisches Treiben zeigt eigentlich den stilistischen Nukleus des Vorlagenautors Millar in seiner pursten Form, wird dann aber innerhalb weniger Augenblicke durch etliche "Reale Welt"-Peptalks weichgespült.
Vielleicht sollte das ja alles so von Adapteur Jeff Wadlow gedacht sein: "Ihr mögt Superheldenfilme? Fuck You." Und erwartet dann trotzdem von uns, dass man sich trotzdem gut unterhalten fühlt und eine Connection zu den Protagonisten halten kann. Wie packend kann so eine Farce allerdings sein? Jedenfalls nicht so viel wie beim ersten Teil - das soll schon was heißen.
R.I.P.D. - Was für eine öde Fantasy-Cop-Comedy. Schon recht unfassbar: der Schnitt ist rasant, die Kamera verspielt, die Effekte einigermaßen massiv, eine ganze Menge Action ist vorhanden und einige Schauspieler (who am I kidding: ausschließlich die Darstellerinnen) sind wach...und trotzdem kann einem nichts so sehr kackegal sein wie diese schlichtweg UNgezeichneten Charaktere und diese läppisch-formelhafte, witz-&-farblose Story (mit einem offenbar schier planfreien Bösewicht, dessen Motivation wie bei jeder Figur nimmer greifbar wird), dass man einfach nur wegdösen will.
Was war dennoch am Unterhaltsamsten? Sich vorzustellen, dass man einen Krimi-Film ausschließlich mit Nick & Roy's "Avataren", der Blondine und dem alten Chinesen (James Hong) erschaffen hätte - mag zwar auch albern sein, klingt aber nach weitaus mehr Spaß.
Ich rate ab (erst recht im O-ton - man versteht NICHTS von Jeff Bridges Akzent-Genuschel).
WHITE HOUSE DOWN - Der weitaus albernere White-House-Thriller-nach-Stirb-Langsam-Schema (fast 1:1 die Plotbeats diesmal) dieses Jahr - leider nicht ganz so albern, dass er das Fehlen der rabiaten Gewalt, des assig-magnetischen Hauptprotagonisten, der gar nicht mal so unwirksamen Tension und des überbordernd-verblendet-genüsslichen Patriotismus von OLYMPUS HAS FALLEN wett macht - dafür ist er einfach viel zu lang ausgewalzt und viel zu oft witzlos "ernst" gehalten.
Ausserdem sieht der 100 Mio. $-DOWN viel zu sauber und platt-hell-ausgeleuchtet aus, ironischerweise mit beinahe ebenso klobigen CGI-Effekten (die Explosionen!) wie sein 30 Mio. $-Pendant FALLEN (welcher zudem inhaltlich und auch actiontechnisch weit mehr Abwechslung, Gefahr und Grit ablieferte).
Aber wenn WHITE HOUSE DOWN mal albern ist, dann aber mit naiv-bombastischer Chuzpe - was z.B. die neunmalkluge Tochter Tatums (Talia Al Ghul (jung) aus TDKR) da als THE ROCK-Hommage im Finale abzieht: phänomenal - Gyllenhall-Glubschaugen-Parade, keifende alte Säcke und ganz viel schlechtes Greenscreening inkl.
Fast empfehlenswertes Sommer-Quatsch-Kino - fast, weil es sein eigenes Eskapismus-Potenzial nur bedingt ausspielt und mit Blood&Gore weit effektiver gewirkt hätte, stattdessen allzu viele "dramatische" Genrestandarts uninteressiert-pflichterfüllend abfertigt. Zum herzlichen Auslachen dennoch gut geeignet!
THE WORLD'S END - Also, der Film ist durchgehend unterhaltsam und die Schauspieler geben allesamt ihr Bestes. ABER 'The World's End' fühlt sich eher wie ein Statement an, anstatt eine echt spaßige Komödie zu sein.
Wright und Pegg sahen es nach dem massiven Fan-Input wohl als ihre Pflicht an, die potenziellen One-Shots SHAUN OF THE DEAD & HOT FUZZ zu einer konzeptionellen Trilogie verschmelzen zu lassen. Und so kommt es, dass END vor sovielen Anspielungen an die vorangegangenen Werke strotzt, dass man ja nicht merken soll, wie bieder und formelhaft-vorhersehbar er, aus bemüht-verschleierter Ratlosigkeit heraus, tatsächlich inszeniert ist.
Lag sicherlich an Wright's Verbitterung über seinen SCOTT PILGRIM-Flop, dass er nun ein ganz klares Zeichen setzen wollte: Es ist nobler ein Original zu sein, Anti glattgebügeltes Hollywood, Anti-Reboot, Nostalgie & klassisch gestaltetes Kino FTW. Nun hab ich ja echt nichts gegen so eine Message an sich und finde deshalb den 3. Akt (der anders als der Restfilm nicht komplett durch die Trailer vorweggenommen wurde), der sich auf eben jene Message fokusiert und wirkungsvoll die durchweg etablierten Plotpoints zusammenflechtet, recht stark. Etablierte Erzählformeln an sich finde ich sowieso nicht schlimm, wenn der Inhalt dann trotzdem frisch und gewitzt bleibt.
Jedoch fand ich es recht ernüchternd, wie uninspiriert und bissfrei (immerhin im Gegensatz zu den Vorgängern erstmals ab 12) der Plot vorangetrieben wird - sowie die immer monotoner werdenden Kampfszenen - und wie gering die Gagdichte hier ist, als ob Wright ausversehen einen viel zu glattgebügelten Film hingezaubert hat, nur damit die Fans ja zufrieden sind.
So kommt es leider auch, dass das Herzstück einer jeden guten Komödie, die Charaktere, nicht mehr allzu liebenswert gestaltet sind und bar jeder Rationalität die Handlung des Films, die 12-Pubs-Tour, pflichtbewusst erfüllen müssen, weil sie es ja so schön haben wollen wie damals. Harte Sache natürlich, dass ihnen und den Filmemachern selbst dieser Wunsch beim besten Willen nicht erfüllt werden kann. Der Funke zündet leider nur noch schwach und hinterlässt leider einen recht bitteren, bemühten Nachgeschmack.
Aber der Gedanke zählt - nice try, boys...now go on with your life!
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Freitag, 2. August 2013
BATMAN VS. SUPERMAN Spekulations-Time!
Jetzt, wo Snyder und Goyer angekündigt haben, dass sie für BATMAN VS. SUPERMAN (Arbeitstitel) Elemente aus dem Graphic Novel THE DARK KNIGHT RETURNS (dt.: Die Rückkehr des dunklen Ritters) verwenden, sich sogar mit dessen Autoren/Zeichner Frank Miller treffen wollen und Warner angeblich sogar einen älteren Batman sehen will, hab ich mir im Kopf jetzt schon eine schöne Outline zusammengeschustert:
Superman wird nach Zod's Anschlag auf Metropolis sehr kritisch beobachtet. Währenddessen kommt ein neuer Superheld auf den Plan, BATMAN, der mega-zynisch-macho-motherfuckermäßig (Miller halt, ne) Verbrechen bekämpft und Kal-El ausspioniert - am meisten evaluiert er die Gefahr, die von ihm ausgeht. Superman stellt ihn zur Rede und es kommt es zu einem moralischen Konflikt/brutalen Kampf. Batman, selbst komplett gebrochen, sieht eine Riesengefahr in Kal-El und fühlt sich daraufhin zum Retter von Metropolis (nich Gotham!) berufen, scheucht die Massen (ähnlich wie er die Mutants in DKR befehligte) gegen Superman auf. Superman kann die Menschenmassen natürlich nicht verletzen und ergibt sich ihnen/gibt auf (nicht mal das ihm eher wohlgesonnere Militär kann ihm helfen), er fühlt sich einfach nicht erwünscht als ihr Beschützer. Währenddessen aber nutzt Lex Luthor (!) die Zeit, um sich bei den Bürgen beliebt zu machen, indem er Metropolis wieder aufbaut und schleimt sich bei Batman ein, verfolgt aber geheimerweise mit dessen Hilfe (und dessen Daten zu Superman) irgendeinen dubiosen Plan (Alien Resources oder so'n Quatsch). Batman ist empört, holt Superman wieder an seine Seite und zusammen teamen sie up gegen Lex, der schon einen Cyborg-Supersuit basierend auf Kal-El's Kräften gebaut hat. Dann heißt es wieder FIGHT FIGHT FIGHT und Snyder freut sich, wieder epochale Zerstörungsbilder kreieren zu können :)
Damit gibt man Batman eine schöne neue Origin und der Film wird sich unterhaltsam von MAN OF STEEL unterscheiden (was so oder so geschehen dürfte, denn Snyder pfiff ja schon bei Teil 1 auf die Erfüllung etabliertester Origin-Erzählformeln). Kann das so passieren oder ist diese Idee kompletter Kokolores? Ihr seid gefragt^^
Solange ihr es euch überlegt, könnt ihr ja diesen Pitch für einen "DEATH AND RETURN OF SUPERMAN"-Reboot von Max Landis ("Chronicle") anhören, der MAN OF STEEL so gar nicht mochte. Schön sind seine Ideen trotzdem (und erinnern in ihrer Twistigkeit an STAR TREK INTO DARKNESS).
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Sonntag, 14. Juli 2013
Mehr Reviews der letzten Kinowochen
Eine typische High-School/College/Uni-Story alà RACHE DER EIERKÖPFE, Pixar-Style! So schön famos-witzig und auch gewitzt-einfallsreich inszeniert, dass man einfach nur damit sympathisieren kann. Stimmiges Character-Development und Unterhaltsame-Dramaturgie inkl. - nicht so gut wie das Original allerdings - 8/10
Ganz sauber-solider, düsterer Virenthriller mit einigen richtig groß aufgezogenen Setpieces (allen voran: die Sequenzen in Israel, dem Flugzeug und der WHO Forschungsstation) und neumodern-effektiver Jump-Scare-Tension. Leider kam das Ende zu kurz, hätte gut und gerne nochmal eine halbe Stunde länger sein können. Auffällig bemüht und unnatürlich war zudem die Vermeidung allzu direkter Gewaltdarstellungen, was darauf hoffen lässt, dass die mögliche Extended Version fürs Heimkino den Film doch noch ordentlich abrundet. Brad Pitt als universell fähiger Supermann und aufopfernder Familienvater bleibt aber das Herzstück und treibende Glied dieses rasanten Blockbusters und macht eine durchaus sympathische und strapazierbare Figur. Hätte alles auf jeden Fall viel schlimmer sein können (nach dem, was man so alles von Schwierigkeiten beim Dreh und in der Post-Production hörte), der Film hat meine Erwartungen übertroffen. Gelungen, aber nicht super. - 7/10
Wenn man schon Teil 1 mochte, wird einem auch dieser gelungene Nachfolger gefallen. Zwar steckt hier nicht soviel Herzschmalz drin wie im Vorgänger und die Figur der Lucy ist vom Humor her eher was für die ganz kleinen Zuschauer, aber dafür sind natürlich die Minions (die sich gegen Ende zu WORLD-WAR-Z-artigen Massentrauben auftürmen und zudem ihr recht offensichtliches Coming-Out zelebrieren) und Gru's Mädels wieder feinste Sahne, sowie der neue Schurke in petto, EL MACHO, der mit seiner Backstory wohl allen die Show stiehlt :) Spaß und gewitzte Unterhaltung, für jedermann geeignet. - 7,5/10
(Gesichtet innerhalb der RAY HARRYHAUSEN-Retrospektive im METROPOLIS KINO, Hamburg) Fabelhaft funktionierendes Fantasy-Abenteuer mit einem saugut-gelaunten Helden Jason und seinen höchst männlichen Argonauten, dass zwar nicht das Tempo, aber bereits die Grundstruktur vieler späterer und heutiger Blockbuster ähnlicher Coleur inne hat. Wie immer schön natürlich Harryhausen's Topeffekte, aber auch die Heroik und der Spaß der Monsterodyssee laden zur "göttlichen" Sandalenunterhaltung ein. Allerdings fehlt irgendwie noch ein Showdown mit Pelias, um die ganze Story abzurunden, aber auch egal, war schon richtig gut, der Film :) P.S.: Ein Remake nach modernen Standards wäre gar nicht mal so unsinnig ;) - 7,5/10
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Freitag, 28. Juni 2013
Die übertriebene Kontroverse um das Ende von MAN OF STEEL (!!!MASSIVE SPOILER!!!)
Knapp 1 Woche nach Kinostart in Deutschland und 2 Wochen nach US-Start spaltet der neue Superheldenfilm von Zack Snyder, "MAN OF STEEL", noch immer die Gemüter. Offenbar nehmen viele Superman-Fans (u.a. "Superman-Birthright"-Autor Mark Weid) Anstoß daran, dass wohl nicht oft genug gezeigt wird, wie Superman Menschen rettet, aber auch weil in seinem finalen Kampf gegen Zod mehrere Gebäude einstürzen und er dem Zod als letzte Lösung - in Anbetracht dessen, dass der kurz davor steht, noch mehr Menschen mit seinen Laseraugen zu rösten und allgemein einfach alle umbringen will (denn aufhalten kann ihn ja eh keiner) - das Genick bricht. Beim Anschauen des Films hatte ich damit alles andere als ein Problem. Ich fand, dass Superman im Interesse der Menschheit und in großer Dringlichkeit gerechtfertigt gehandelt hat (zudem ist es lediglich ein Film und nicht die Realität). Als ich dann aber zahlreiche Artikel auf amerikanischen Websites vernahm, in denen gerade das als ultimativer Moodkiller und Verrat am Charakter hingestellt wird, hab ich mich dann doch mal mit dieser Kritik befasst und möchte gerne ein paar Gegenargumente liefern.
Die goldene Regel besagt offenbar: Superman tötet nicht!
Das öffentliche Bild der Jahrzehnte-alten Ikone stellt ihn als einen Beschützer der Menschheit da, der mit seinen übermenschlichen Kräften einfach alle Bösen besiegen und jedes Problem bewältigen kann. Töten kommt dabei für ihn gar nicht in Frage, stellt höchstens die Ausnahme dar. Viele vergessen aber, dass er u.a. in seiner populärsten Inkarnation, der Christopher Reeve-Film-Version, auch ein paar Leichen im Keller hat. Nicht nur besiegt er den bösen Nuclear Man in SUPERMAN IV, indem er ihn in den Reaktor eines Atomkraftwerkes hineinschleudert, in SUPERMAN 2 - dem allgemein beliebtesten Film der Reihe - beraubt er am Ende der Zod-Gang ihrer übermenschlichen Kräfte und wirft sie allesamt eine tiefe Schlucht runter, auf dass sie nie wieder gesehen wurden (=tot). Die Paraleelen zu MAN OF STEEL sind unüberschaubar, doch wird der Sachverhalt in beiden Filmen wie folgt unterschiedlich behandelt:
In SUPERMAN 2 kommen General Zod und seine 2 Mitstreiter auf die Erde, um diese aus purer Machtgier zu unterjochen, die Menschheit zu versklaven. Sobald sich Ihnen aber unser Kal-El in den Weg stellt, entbrennt in Metropolis ein destruktiver Kampf zwischen beiden Parteien, der mehrere eingestürzte Gebäude (und die Freiheitsstatue im Donner-Cut), kaputte Autos & Busse fordert und viele viele Menschen in Gefahr bringt, die Superman so gut es geht zu beschützen versucht. Als er scheinbar überfordert in die Arktis zu seiner Festung der Einsamkeit flieht und ihm die Schergen hinterherjagen, trickst er diese mithilfe kryptonischer Entmachtungstechnologie aus und entledigt sich ihnen leichthändig mordend, mit seinem typisch-sympathischen Grinsen auf den Lippen. Selbst Lois Lane hilft mit und kickt Zod's Ursa auch in den Tod hinunter. Alles zum heroischen Theme von John Williams, ein weiterer Sieg für Superman!
In MAN OF STEEL wiederum kommen General Zod und ein paar mehr Mitstreiter auf die Erde, um sie mit einem Weltenwandler in eine apokalyptische Wüste zu verwandeln und jeden Menschen von ihr zu tilgen, um Platz zu schaffen für einen Wiederaufbau des Volk Krypton's. In der ersten Attacke des Weltenwandlers in Metropolis sterben schon Hunderttausende von Menschen. Kal-El's einzige Chance, dem Einhalt zu gebieten, ist den Gegenpol des Weltenwandlers am anderen Ende der Erde, am indischen Ozean, zu zerstören, um die Strömung dessen "Terraforming's" aufzuhalten. Er schafft es und fliegt zurück nach Metropolis, um Zod endgültig das Handwerk zu legen (nachdem Lois Lane und Co. schon den Weltenwandler-Pol dort in die Luft gejagt haben bzw. in die Phantom-Zone reinsaugen). Doch der gibt nicht so leicht auf und liefert sich ein bombastisches Gefecht mit Superman inmitten der vielen Trümmer und verbliebenen Gebäude Metropolis', bereit bis zum Tod zu kämpfen (auch weil Superman quasi die letzten Überlebenden Krypton's zum Ziel Zods, dem Wiederaufbau Krypton's, ausgelöscht hat), koste es was es wolle. Schließlich landen beide in einer Bahnstation, wo einige flüchtende Einwohner im Angesicht dieser kämpfenden Ausserirdischen um ihr Leben bangen. Zod sieht diese und setzt mit seinen Laseraugen an, diese zu töten, droht Kal-El, der ihn nur schwer im Schwitzkasten halten kann, die gesamte Menschheit umzubringen. Superman appeliert lautstark, dass er aufhören soll, doch Zod hört nicht auf ihn und ist kurz davor, die Leute zu grillen. Also fasst Kal-El den Entschluss, ihm das Genick zu brechen. Daraufhin bricht er selbst zusammen und stößt einen markerschütternden, gequälten Schrei aus - nicht nur, weil er gezwungen war, zu töten (und der Kampf wohl extrem angestrengt haben müsste, immerhin war es ja so ziemlich sein Erster), sondern auch weil er quasi die ganze verbliebene Gesellschaft seines Heimatplaneten (abgesehen von sich selbst und denen, die in der Phantomzone abgeblieben sind) - dessen Ursprünge er sein ganzes Leben lang zur Selbsterkenntnis auf den Grund gehen wollte, seiner Adoptivheimat Erde aber nur Pein und Zerstörung brachte - auslöscht. Lois Lane steht dem niedergeschlagenen Helden dann aber zur Seite, in der Gewissheit, dass er mit dieser Tat Milliarden Menschen vor dem Tod durch ein bösartiges Hyperalien gerettet hat.
Klingt düster und moralisch etwas vielschichtig, oder? Für viele Fans ist das offenbar Anlass zur Kritik, haben sie doch erwartet, dass IHR Superman als Ultrahero unfehlbar wäre, alles perfekt handhabt und immer einen entlastenden Spruch zum Besten gibt. Das macht natürlich auch den Charme der ursprünglichen Figur aus, muss aber nicht unbedingt mit der Neuinterpretation, dem Reboot Snyder's einhergehen, der mit seinem MAN OF STEEL erzählen will, WIE Kal-El zum Superman wird, für welche Seite er sich schlussendlich entscheidet, nachdem er sein Leben lang als Aussenseiter mit Superkräften seinen Platz in der Welt suchte. Da hat er schonmal Anlaufschwierigkeiten und steht auch zum ersten Mal einem Feind gegenüber, bei dem er erstmals richtig kämpfen muss. Und nunja, da gehen im Gefecht nun mal ein paar Gebäude drauf - in einer Stadt, die nach stundenlanger Attacke wohl größtenteils evakuiert wurde, die letzten Verbliebenen noch versuchen aus der Stadt zu entkommen (Bahnstation, ne). Wir sehen auch nie, das noch irgendjemand in den Gebäuden ist - da der Film uns das nicht zeigt, dürfen wir als Zuschauer davon auch ausgehen. Dann bringen die Fans aber das Argument, dass Superman auch hätte versuchen können, den Kampf ausserhalb der Stadt zu verlagern - eine Forderung, die wohl einerseits dem visuellen Verlangen Snyder's nach Blockbuster-förderlichem Bombast kaum gerecht werden dürfte, aber auch andererseits vergisst, dass Superman es zwischenzeitlich TATSÄCHLICH MACHT, mit Zod kurz im Weltall fightet, bevor dieser ihn dann wieder unten nach Metropolis zwingt. Und kein Wunder, dass Superman Schwierigkeiten hat, gegen Zod zu kämpfen. Der ist ja auch ein primitives Krieger-Alien mit Jahrzehnte-langer Erfahrung und Kal-El ein Grünschnabel mit humanistischen Idealen, der auf der Erde grossgezogen wurde. Wie kaum ein anderer Film dieses Jahr macht MAN OF STEEL deutlich, wer gut und wer böse ist. Und der Böse ist in diesem Fall so rabiat und blind vor Egomanie, dass der Held an seine Grenzen gebracht wird und einen für sich selbst ziemlich bitteren Schlusspunkt auf deren Kampf setzt. So eine Storyentwicklung erfordert Mut und überrascht umso mehr, dass Produzent und Storylieferant Christopher Nolan, der ja für seine grimmigen Batman-Filme mit ebenso harten Moralfragen bekannt ist, dieses Ende nie vorgesehen hatte (ursprünglich sollte Zod wieder in die Phantomzone verbannt werden). Aber so oder so haben die "Fans" wie schon bei THE DARK KNIGHT RISES wieder etwas zum Meckern gefunden, was sie anderen Filmen wiederum entschuldigen (der Mord an Zod in SUPERMAN 2 zum Beispiel). So bemängeln sie alleine schon die durchweg düstere Stimmung des Films, sowie dessen gigantischen Ausmaß an Zerstörung, die dieses Ende sogar noch mehr unterstüzen. Man kann es ihnen offenbar einfach nicht recht machen, selbst wenn Superman den ganzen Streifen über darüber sinniert, ob er seine Kräfte der Welt preisgeben soll, um den Menschen zu helfen und es schlussendlich auch on-camera tut.
Wenn's ihnen nicht reicht, schade drum. Ich jedenfalls habe einen großen, wenn auch nicht ganz fehlerfreien Film erlebt (wie ich letztens in meinem Review geäußert habe), der sich mit seinen ambitionierten Ecken und Kanten noch Wochen später in meinem Kopf festgesetzt hat. Get over it, people! Und nebenbei, fragen wir doch einfach Zack Snyder selbst: http://www.joblo.com/movie-news/zack-snyder-addresses-the-controversial-ending-of-man-of-steel-and-why-he-feels-it-worked
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Freitag, 21. Juni 2013
MAN OF STEEL (Review, 2013)
Dieser Neuversuch des Superman-Franchises ist alles andere als scheu (höchstens im Humorbereich, gar nicht so "witzig" wie Superman 3 & 4 :P).
Zack Snyder bedient zwar eine gewisse Nolan-Template (was man im fragmentarischen Handlungsaufbau bemerkt, der mit seinen hart-geschnittenen Flashbacks und Compressed-Stroytelling Erinnerungen an BATMAN BEGINS, INCEPTION und auch RISES zu Tage fördert), kommt inszenatorisch aber ein gutes Stück verspielter, was vorallem die visuelle Ebene betrifft. Auch scheut er weder vor gar-nicht-so-subtilen Anspielungen auf den Jesus-Mythos, noch vor auch teils drastischen Bildern (Terraforming, ne) und erst recht nicht vor brachialer Überaction mit ganz ganz viel CGI und allgemein ziemlich eindeutigen Figuren und Bildern zurück. Leider hält der Film nicht ganz den emotionalen Level, den man von den Trailern erwartet hat, was aber nicht heißt, dass der Film ohne Herz wäre. Mindestens ein bestimmter Moment von Kevin Costner's Jonathan Kent-Charakter dürfte für gehörig Gänsehaut sorgen, und gegen Ende wirds auch so larger-than-life-dramatisch, dass einem schon mal der Atem stocken kann. Sowieso sollte man aber auch den Vergleich mit den Trailern vermeiden, denn viele Stellen werden nicht so ausgespielt, wie man erwartet hätte - wirkt manchmal etwas befremdlich.
Grade neben solchen Momenten überraschte mich der Film aber doch schon wieder sehr, allen voran wie akzentuiert die Sci-Fi- und Mythosebene gestaltet wurde. Das Setdesign auf Krypton und auch die gesamte Alientechnologie/Gesellschaftsstruktur hatten was von DUNE bzw. auch H.R. Giger, einfach daher wie organometallisch alles funktionierte und auch so ein Stück Mittelalteranleihen hatte. Und zusammen mit der düsteren Kamera, dem leicht synthizierten Hans Zimmer-Score und der serious-business-Story und Schauspielerei entwarf sich da eine recht schön-gloomige Atmosphäre, die schon wirklich, um es mal ganz trivial auszudrücken, cool rüberkam, mir jedenfalls imponierte. Gleiches gilt natürlich auch für den humanistischen Part des Films, u.a. darin, wie es wohl wäre, wenn auf einmal wirklich Aliens existieren würden oder auch ganz explizit, wie und ob man diese Supergaben mit der Menschheit teilt, und ob die Menschen einem dann vertrauen. Ab und an wünscht man sich auch mehr davon, insbesondere mehr von den Kents wäre toll gewesen (oder auch von Perry White und seinen Kollegen, die für ihre dramatischen Szenen gerne vorher mehr Screentime hätten haben können).
Doch mit dem, was man geliefert bekommt, kann man durchaus zufrieden sein (reichlich ikonographische Größe wird auch gebracht). Und erst recht zufrieden kann man mit dem Anteil an Action sein, der wohl alle Superman-Filme und allgemein die Blockbuster dieses Jahres in den Schatten stellt, teils so orgiastisch und apokalyptisch grimmig, inmitten ausgeballerter Wolkenkratzter, mit akrobatischen intergalaktischen Fistfights - das haut schon rein. Wie man es auch dreht, ein perfekter Film ist der Man of Steel jetzt nicht geworden - aber ein eindrucks- und stimmungsvoller Blockbuster mit impressionistischen Ambitionen, der zudem seinen Sci-Fi-Aspekt richtig überzeugt umarmt, ist er dennoch. Klare Empfehlung.
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Montag, 17. Juni 2013
Overpowered Cinema - Wie der Ultrahype um "MAN OF STEEL" 2013 das Kino übersättigt
Es ist ein Jahr der Superlative - 2013. Woche für Woche laufen im Kino etliche Bombast-Streifen, Franchise-Sequels, Eventstreifen und, am erfolgreichsten, Comicverfilmungen an, die um 9-stellige Millionen- bzw. Milliardenbeiträge buhlen. Über allem hängt der Schatten des WB-Nolan-Happenings MAN OF STEEL. Nach dem Milliarden-Erfolg von THE DARK KNIGHT RISES letztes Jahr weiß man bei Warner Bros., wie man ganz große Hypes um EINEN Film inszenieren kann, dass so ziemlich das gesamte Jahr darüber gesprochen, vorgefreut bzw. Monate lang auseinanderinterpretiert wird, auch weil der Film bei Kritikern und Publikum recht gut ankam (weniger als beim Vorgänger, aber immerhin). Die anderen Mitbewerber im Kino-Business wissen um solche Monolithen (wie auch letztes Jahr THE AVENGERS) Bescheid und sind gezwungen, mindestens ebenso große Werke mit aggresivsten Marketingkampagnen durchzusetzen, dass das Publikum quasi jede Woche mit neuen Cinema-Happenings an der Stange gehalten wird - ob die Qualität ebenso stimmig ist, ist aber öfters erstmal nebensächlich.
Dabei kommen gerade dieses Jahr so viele "große" Filme zusammen, mit einem Durchschnittsbudget von 200 Mio. Dollar, dass es geradezu pervers ist. Hinzu kommt, dass die meisten davon in 3D gedreht/konvertiert, in IMAX präsentiert werden und generell die Multiplexe über die Menschheit verschütten, in die sich abermillionen Mitglieder der Spaßgesellschaft hineinstürzen. So hatten wir dieses Jahr bereits, noch vor dem eigentlichen Sommer, mit Fortsetzungen zu IRON MAN, STAR TREK, FAST & FURIOUS, STIRB LANGSAM, G.I. JOE sowie dem Remake von EVIL DEAD & dem Prequel von OZ, nicht nur eine große Auswahl an altbekannten Franchise-Geldablagen, sondern auch eine Reihe "eigenständig"-neuer "Highlight"-Titel, die ebenso den ganz großen Gewinn erreichen wollten und mal mehr, mal weniger Erfolg hatten. Unter anderem floppten die neuen, auf Nostalgie-vertrauenden, Werke von Schwarzenegger und Stallone, THE LAST STAND & BULLET TO THE HEAD, auch die Tom Cruise-Vehikel JACK REACHER und OBLIVION konnten nur wenig Begeisterung hervorrufen. Es war ja klar, dass die Studios nicht nur Gewinner ins Rennen schicken können - das dabei aber teilweise so richtige Gurken veröffentlicht wurden, gibt einem wieder mal schwer zu denken, wieviel Zynismus in den Profitmachern wirklich steckt.
Daneben hat man aber auch wieder die scheinbar-bescheideneren Indieproduktionen, die zumindest versuchen, mit eigenem Stil, ganz für sich selbst zu sein und damit überraschend gut aufzufahren, sogar echte Erfolge verbuchen können. Und ich rede hier nicht von heißerwarteten Indie-"Giganten" wie Refn's ONLY GOD FORGIVES, sondern eher von solch (finanziell) unerwarteten Erfolgsgeschichten wie Harmony Korine's SPRING BREAKERS, welcher wie kein anderer Film dieses Jahr Sleaziness und Ultrakunstrauschhaftigkeit verbindet und verzaubert. Sowieso ist für viele schon klar, dass 2013 eher die kleineren Filme gewonnen haben, länger wertvoll bleiben. Dazu gehören u.a. die PARADIES-Trilogie von Ulrich Seidl, Ben Wheatley's SIGHTSEERS, Park Chan-Wook's STOKER, Terrence Malick's TO THE WONDER, V/H/S 2, Joshua Oppenheimer's ACT OF KILLING, Lucien Castaing-Taylor's LEVIATHAN, sowie (der zugegebenermaßen etwas größere) P.T. Anderson's THE MASTER. Wie der werte Leser vielleicht bereits schon merkt, sind das auch eine Menge Titel für meine selbstdefinierte Kategorie "beste Filme" dieses Jahr, gleichsam wie bei den großen Produktionen. Zudem ist das Jahr noch nicht mal zur Hälfte um, so dass wir selbst da noch eine Menge erwarten können.
Wir haben hier also so ziemlich eine inflationäre Zelluloidmenge vor uns - für Filmfans stellt das gewissermaßen schon ein Mekka der ewigen Aufgegeiltheit dar. Die Frage ist, ob wir uns irgendwann damit zufriedengeben oder immer mehr von den Studios abverlangen, den Demand und unsere Standards so sehr hochschrauben, dass wir viele "lediglich" gute Streifen mit ebenfalls hohen Budgets abstrafen/vernachlässigen (sogar unverhältnismäßig harsche Urteile für zumindest souveräne Filme abgeben), auch weil der Output einfach zu massiv ist. Blockbuster-Pioniere Lucas und Spielberg prognostizierten ja jüngst darüber, dass auf jene Art eine Implosion des Überkinos passieren wird, aber bereits im April hatte Steven Soderbergh in seiner Rede zur Lage des Kinos beim SAN FRANCISCO INTERNATIONAL FILM FESTIVAL die großen finanziellen und vorallem kreativen Probleme in der Filmindustrie aus der Sicht eines Independent-Regisseurs umfassend geschildert:
(...) The problem is that cinema as I define it, and as something that inspired me, is under assault by the studios and, from what I can tell, with the full support of the audience. The reasons for this, in my opinion, are more economic than philosophical, but when you add an ample amount of fear and a lack of vision, and a lack of leadership, you’ve got a trajectory that I think is pretty difficult to reverse. (...) The idea of cinema as I’m defining it is not on the radar in the studios. This is not a conversation anybody’s having; it’s not a word you would ever want to use in a meeting. Speaking of meetings, the meetings have gotten pretty weird. There are fewer and fewer executives who are in the business because they love movies. There are fewer and fewer executives that know movies. (...) Well, how does a studio decide what movies get made? One thing they take into consideration is the foreign market, obviously. It’s become very big. So that means, you know, things that travel best are going to be action-adventure, science fiction, fantasy, spectacle, some animation thrown in there. Obviously the bigger the budget, the more people this thing is going to have to appeal to, the more homogenized it’s got to be, the more simplified it’s got to be. So things like cultural specificity and narrative complexity, and, god forbid, ambiguity, those become real obstacles to the success of the film here and abroad. (...) So then there’s the expense of putting a movie out, which is a big problem. Point of entry for a mainstream, wide-release movie: $30 million. That’s where you start. Now you add another 30 for overseas. Now you’ve got to remember, the exhibitors pay half of the gross, so to make that 60 back you need to gross 120. So you don’t even know what your movie is yet, and you’re already looking at 120. That ended up being part of the reason why the Liberace movie didn’t happen at a studio. We only needed $5 million from a domestic partner, but when you add the cost of putting a movie out, now you’ve got to gross $75 million to get that 35 back, and the feeling amongst the studios was that this material was too “special” to gross $70 million. So the obstacle here isn’t just that special subject matter, but that nobody has figured out how to reduce the cost of putting a movie out. (...) The other thing that mystifies me is that you would think, in terms of spending, if you have one of these big franchise sequels that you would say oh, we don’t have to spend as much money because is there anyone in the galaxy that doesn’t know Iron Man’s opening on Friday? So you would think, oh, we can stop carpet-bombing with TV commercials. It’s exactly the opposite. They spend more. They spend more. Their attitude is: You know, it’s a sequel, and it’s the third one, and we really want to make sure people really want to go. We want to make sure that opening night number is big so there’s the perception of the movie is that it’s a huge success. (...)(Quelle mit kompletter Rede: http://www.deadline.com/2013/04/steven-soderbergh-state-of-cinema-address/)
Womit wir nun zu einigen jüngeren Beispielen der letzten Filmwochen kommen, die ganz exemplarisch die von mir oben genannten Tendenzen repräsentieren. Wir haben zum einen eine reine, aufgeblähte Franchise-Fortsetzung (die dafür gemacht ist, Millionen Menschen multiplexig einzusaugen), einen gründlich misslungenen und gefloppten Blockbusterversuch, einen relativ kleinen nostalgisch-angehauchten Actioner (der gerade so einigermaßen Erfolg hatte) und einen etwas größeren Indiefilm, der qualitativ von allen am Besten dasteht - allesamt 1-2 Wochen vor "DEM Film des Jahres" MAN OF STEEL erschienen und allesamt ganz normal aus meiner Sicht rezensiert. Warum sind meine Urteile lesenswert? Weil sie einerseits zeigen, wie und warum "große Blockbuster" kreativ oder finanziell versagen können und andererseits warum kleinere Produktionen dem Filmfan eher zusagen können und schlussendlich erfolgreicher sind. Ich garantiere nicht, dass man was Neues lernt, aber da diese Filme den aktuellen Querschnitt des Kinoprogramms darstellen, sollte man deren Qualitäten schon auf den Grund gehen, auch wie der aktuelle Filmgeschmack eines Zuschauers wie mir (Zielgruppe männlich, Alter 25 - regelmäßiger Kinogänger) derzeitig eingepegelt ist.
1. HANGOVER 3

Größtenteils leider enttäuschend witzlos - und wenn schon Gags kamen, dann waren sie teilweise so platt und zynisch, dass sie bei mir so gar nicht zünden wollten (das Rest-Publikum lachte wie schon bei "VOLL ABGEZOCKT" vom selben Drehbuchautor über ALLES). Im Vergleich zu den Vorgängern auch mit einer gar nicht so unterhaltsamen oder gewitzt-getricksten Handlung versehen, hier sogar einige richtig dick-vorhersehbare Plotpoints und Klischees bedienend (allen voran die stumpfe Charakterentwicklung Alan's). Aber ganz nebenbei beweist Regisseur Phillips ein Faible für das Crime-Thrillergenre und kann sogar ab und an ein bissl Tension erzeugen. Und eine Handvoll guter Gags gab's dann doch noch, neben der souveränen Kameraarbeit und dem modern-dramatischen Score. Ein fulminanter Trilogie-Abschluss sieht aber anders aus.
2. AFTER EARTH

Das letzte Mal, dass ich eine so verhunzte und langweilige Millionenproduktion gesehen habe, war GHOST RIDER 2. Es handelt sich hier um einen Film, dessen explizites Ziel es ist, Emotionen abzuschalten (um somit ein besserer Krieger zu werden) - der "Spannungsbogen", der sich dadurch "ergibt" ist so wirkungshemmend wie nur möglich, es wird einfach nur stetig kälter. Hinzu kommt, dass Shyamalan seinen Film so lust- und einfallslos geradlinig gestaltet, dass es teils fast schon einem Stillstand gleichkommt, auch weil die beiden Hauptcharaktere, Will & Jayden als Cypher und Kitai Raige (sic!), null Charisma besitzen. Smith Jr. (dem dieser Film als Star-Vehicle gewidmet wurde, trotz auffällig fehlendem Talent) gibt den armselig-weinerlichen Versager, der alle 100 Meter einschläft oder betäubt wird, Smith Sr. den abgehärteten, stoischen Militärheini, der nur bruchstückhafte Phrasen zum Besten gibt, mit gebrochenen Beinen im Schiffswrack rumlungert und seinem Sohn von dort aus Anweisungen zulabert. Den Film über erleben wir, wie Kitai von Punkt A nach Punkt B kommt, er muss nämlich einen Sender suchen, und SPOILER er findet ihn. Dabei muss er seine Furcht gegen ein fieses Monster besiegen, denn das Monster erkennt Menschen an seiner Furcht, aber er schaft es, diese auszuschalten, denn "Furcht ist eine Entscheidung."...and that's the whole story...SPOILER ENDE - das Ganze ist so unspektakulär und frei von jeder Persönlichkeit inszeniert, dass es kein Stück funktioniert, bei seiner Langsamkeit versucht der Film nichtmal sowas wie Impressionismus. Man erwischt sich selbst viel zu oft dabei, wie man das Geschehen und/oder die Dialoge auf der Leinwand belächelt (angefangen beim unfassbar hingeschluderten Intro). Einzig der Soundtrack, der mit seinen verstörten Klängen eine gewisse Spannung künstlich erzeugen will, hat einige qualitativ gute Momente zu bieten, wird aber im nächsten Moment gleich wieder vom Rest des Films negiert. Das gilt leider auch für das bestimmt nicht unaufwendige Design des Settings und dessen Props, die an sich von ihrer Funktionalität her recht interessant wären, aber kaum genutzt werden. Handtechnisch ist der Streifen einfach so richtig verunglückt, erfüllt höchstens das Minimum an modernem "Blockbuster"-Kino, versucht sich auch selbst mit halbherzigen Jumpscares wachzuhalten und wurde offensichtlich mit Müh und Not zurechtgebogen (man bemerke einige recht auffällige "falsche" Zeitlupen, die das Fehlen von nötigem Material signalisieren). Immerhin kann man ein paar unfreiwillige Lacher verbuchen, aber das ist der ganze Film einfach nicht wert, da er sich die Laufzeit über freiwillig selbst abschaltet.
3. OLYMPUS HAS FALLEN

Ein Film aus den 90ern - transformiert in die Jetztzeit: Auf einer Stirb-Langsam-Schablone nachgezeichnet; voller inhaltlicher und dialogtechnischer, lachhafter Klischees; mit GIGANTISCHEM Patriotismus ähnlich eines Vorbehaltfilms (u.a. Melissa Leo's Rolle: OMG!) und knallender Gewalt ständig aufgegeilt pumpend (wozu der Bombast-Score auch seinen Teil beiträgt); Ultra-Schwarz-Weiß-Zeichnung XL Turbo; ein Held im Weissen Haus, der seinen Feinden markige Sprüche, Fäuste, Messer und Kugeln entgegensetzt; Veteranen wie Ashley Judd, Morgan Freeman, Angela Bassett und Robert Forster; klobige CGI-Effekte aufgrund fehlendem Budgets - alles so souverän zusammengepackt mit einer neumodern-inszenatorischen Rasanz (shakey-cam und fast edits inkl.) und Ironiefreiheit, dass man blendend von Anfang bis Ende unterhalten wird (vorallem, wenn man ähnliche Filme von damals, wie "ALARMSTUFE: ROT 1+2", gerne im Regal stehen hat). Teilweise geht's auch richtig ruppig zu, mit Schottensympath Gerard Butler als McClane-esquer Superagent, der seinem nordkoreanischen Terroristenfeind ein ganz schönes Dorn im Auge ist, inkl. harter Körperkloppereien und Genickbrüche. Vieles in diesem Film hat man schon tausend Mal gesehen, aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich mir seit langem mal wieder so einen toll-doof-harten Actionfilm gewünscht habe. Suck on that, STIRB LANGSAM 4+5!
P.S.: Vor dem Hauptfilm lief bei uns auch der Trailer zu WHITE HOUSE DOWN. That's comedy!
4. THE PLACE BEYOND THE PINES

In der Sneak im O-Ton gesichtet. Das neue Werk vom BLUE-VALENTINE-Regisseur Derek Cianfrance. Ein Generationen-übergreifendes Crime-Drama-Epos, erzählt in 3 starken Kapiteln, die jedes für sich selbst einen Top-Streifen ergeben würden, natürlich trotzdem stark ineinandergreifen. Es geht um Verantwortung, um die Sünden der Väter, um Schuld und Gerechtigkeit, history repeating itself. In einer allein schon audiovisuell stark mitreißenden Form, bleibt der Film trotz seiner 2 "Neuanfänge" pro Kapitel stets spannend, tragisch und bitter - auf das Tränen kullern werden. Ebenso mächtig: das Darsteller-Ensemble, dass so authentisch wie nur möglich daherkommt. Selbst Gosling's Filmbaby überzeugt auf ganzer Linie! - Das Einzige, was man an dem Film bemängeln könnte, ist, dass sich jedes Kapitel des Films fast schon immer von Neuem aufbaut und dadurch alles länger wirkt als die tatsächlichen 140 Minuten Laufzeit. Das passt von der Struktur her eher zu einer Miniserie, machte mir allerdings nicht soviel aus - ich denke, es wurde alles gut ausbalanciert, obwohl's anfangs natürlich etwas gewöhnungsbedürftig war. Der Film ist zwar in der Form sehr eigen, hat aber richtig was auf dem Kasten - Cianfrance steckt da soviel Persönlichkeit rein, das hat schon Größe. Kommt höchstwahrscheinlich in meine Top-10 dieses Jahr.
(Und als Bonus, weil ich ja nicht wirklich zur Zielgruppe gehöre, noch ein Totalausfall, den ich diese Woche erlebt habe:
SEELEN

Wie kann ein moderner Sci-Fi-Film noch blasser sein als AFTER EARTH? Ein fehlender Spannungsbogen und inhaltlich/stilistisch-ziellose Langeweile sind da mal ein guter Anfang. Dann aber kommt hinzu:
1) die Hauptdarstellerin nervigste innere Monologe ad absurdum führen lassen (weil die Aliens ja die Körper der Menschen in diesem Film in Besitz nehmen, deren Seelen aber mit drin behalten) alà "Mach das nicht!", "Na toll! Jetzt sitzen wir in der Tinte...", "Hey, das ist mein Freund, den du da küsst! Gott...", was so überhaupt nicht funktioniert, sogar mega anstrengend ist - selbst die romantischen Szenen werden ständig von dieser penetranten inneren Stimme unterwandert;
2) höchstens zweckmäßige, einfallslos-glatte Sets verwenden, wie z.B. eine Höhle (in der der Film zu 75% spielt), die aussieht wie aus einer Wildwasserfahrt;
3) die Hauptprotagonistin eine unglaubwürdige Drei-(oder Vier?)-ecksbeziehung führen lassen (ohne jegliche Chemie zu ihren austauschbaren Partnern, versteht sich), die sich hauptsächlich durch massenweise Kuss-Szenen definiert;
4) Anleihen an der Mormonen-Religion zelebrieren (Stephenie Meyer hat's immerhin geschrieben), mit rechtschaffenen, in Höhlen zurückgezogenen Siedler-Überlebenden namens Jebediah und co., die mithilfe von Spiegeln Getreide anbauen (so kommt die Sonne in die Höhle rein) und die Frauen quasi nix machen lassen, während die starken Männer todesmutig in die Aussenwelt fahren müssen, um dort Lebensmittel zu schnappen;
5) einen relativ guten Soundtrack komplett aufgesetzt wirken lassen, weil der Inhalt des Films kaum der "gehörten" Größe entspricht
und 6) so gelangweilt inszenieren und schauspielern, dass selbst ein sehr eintöniger William Hurt, eine bemüht-kalte Diane Krüger und eine sichtlich unterforderte Saoirse Ronan nichts retten können.
Und das alles von GATTACA-und-zuletzt-IN-TIME-Regisseur Andrew Niccol. Was hat der Mann abgebaut...
PLUSPUNKTE gibt's für 4 gute Szenen:
1) Der erste Einsatz der Alien-"Seele" in Ronan's Körper, sehr schwelgerisch inszeniert mit schöner Musik.
2) Das Gespräch zwischen Ronan und ihrem Bruder unterm Glühwürmchen-"Sternenhimmel". Hatte ein bisschen Herz.
3) SPOILER Diane Krüger bekommt ihre Alien-Seele rausoperiert und wird unter Tränen wieder zum Menschen.
4) TOP SPOILER Der Cameo-Auftritt von Emily Browning <3 p="">
Insgesamt: Fassungslosigkeit deluxe. Ab und zu unfreiwillig komisch, aber insgesamt ein inszenatorischer Totalausfall, dessen Story und Charaktere recht müde machen - mit einigen guten Ansätzen, die vom quälensten Voiceover der Filmgeschichte überschattet werden.)
So, ihr könnt mich für diese Reviews meinetwegen für einen bemühten Nerd oder sonstwas halten, aber Fakt ist, so wie ich das unter Freunden/Bekannten und einschlägigen Internetportalen & Nachrichtendiensten beobachtet habe, dass all diese Meinungen nicht von mir allein geteilt werden. Und ich wette mit euch, dass ich nicht der Einzige aus dieser Zielgruppe bin, der sich auf MAN OF STEEL freut, der Film, der sie ja alle übertreffen soll, wie uns Warner glauben lassen will. Ob sich dies bewahrheitet, wird sich innerhalb dieser Woche ja zeigen. Aber die Frage, die sich mir recht dringend stellt, ist, ob danach die Luft raus ist aus dem Kinojahr, zumindest für die meisten Zuschauer - ob man sich dann überhaupt auf noch Besseres freut, auch weil die Studios auf ihre Filme "danach" noch ziemlich verhalten wirken bzw. ihre Kräfte für ihre "besten" Produkte für dieses Jahr schon längst aufgebraucht haben, wie es scheint. Werden wir uns als Zuschauer wirklich nur noch lediglich von Blockbuster zu Blockbuster, von Fortsetzung zu Fortsetzung hangeln, ohne uns überraschen zu lassen, sogar einzigartige Filme fallen lassen, wenn sie überhaupt noch finanziert werden, wie Lucas, Spielberg und Soderbergh prognostizieren?
Ich für meinen Teil weiß, dass ich mich sowohl natürlich auf die guten, großen Blockbuster freue, als auch auf die "Nischentitel", die sich von der Norm abheben und die wahren Innovatoren darstellen. Ich weiß eben nur nicht, ob der Rest des Publikums mitziehen wird, denn bei jedem von ihnen (bzw. uns) werden die Ansprüche größer und größer, allgemeintauglicher, Spaß- und Spektakel-fixierter. MAN OF STEEL, die mit über 200 Mio. $ budgierte Superheldencomicverflimung in 3D und IMAX, hat ja nach nichtmal einer Woche international schon über 196 Mio. $ eingespielt und steuert schon jetzt, wie DER HOBBIT und IRON MAN 3 dieses Jahr, auf eine solide Milliarde zu. Mal sehen, wie viele Filme es 2013 auch noch schaffen.
Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als TITANIC's Budget von 200 Mio. $ eine nie dagewesene, beeindruckende Einzigartigkeit war, "der teuerste Film ALLER ZEITEN"? Das ist erst 15 Jahre her...wie sich die Zeiten doch ändern.
(P.S.: als Extra-Service, hier mal die Filme, auf die ich mich NACH MAN OF STEEL noch freue: WORLD WAR Z, THE GRANDMASTER, ONLY GOD FORGIVES, PACIFIC RIM, WOLVERINE, THIS IS THE END, THE WORLD'S END, ELYSIUM, PAIN & GAIN, WHITE HOUSE DOWN, 2 GUNS, GRAVITY, 00 SCHNEIDER 2, NYMPHOMANIAC 1, OLDBOY U.S., THE WOLF OF WALL STREET, SNOWPIERCER - gibt eben doch noch genug zum Vorfreuen, aber ich denke es fällt auch auf: alles potentielle Blockbuster bzw. Filme von bekannten Leuten - soviel dazu ;D)3>
Sonntag, 24. März 2013
NO ONE LIVES (2013) Review
Kitamura's Neuer ist ein effektiv spannender und auch teils gaudiger "Killer vs. Killer-Thriller/Slasher", dessen Highlights die obligatorischen Blutfontänen und Splattereffekte (unter MIDNIGHT-MEAT-TRAIN-Niveau, dafür aber auch nich so CGI-lastig wie dort) darstellen, die für Kitamura-Verhältnisse manchmal aber auch etwas bieder sind (gilt auch für die Gesamt-Inszenierung an sich).
Das Drehbuch besitzt sogar ein paar interessante Wendungen und bietet nur wenig Verschnaufspausen - es wird sich schnörkellos von Kill zu Kill gehangelt. Jetzt kommt aber die Krux: in NO ONE LIVES ist NO ONE eine Identifikationsfigur und selbst diejenige, die es sein sollte, bekommt hauptsächlich fast schon komödiantische Wisecracks in den Mund gelegt.
Auch sonst sind die Dialoge eher rudimentär und pseudo-schlagfertig geschrieben, pendeln wie der Flow des Films immer irgendwie wahllos zwischen Härte und Humor hin und her - während so ziemlich alle Charaktere Bad Guys sind, was nicht grade zur Spannung beiträgt - insgesamt ist der gesamte Streifen dann auch so ziemlich egal. Schlecht ist er dennoch nicht, es ist ein Spaßwerk, in dem Arschlöcher nacheinander abgesäbelt werden: reicht. Ausserdem war der erste Abspann-Soundtrack-Titel nett retro-ig...
Vor der Vorstellung bei den FFF Nights gabs ausserdem noch eine kleine Verlosung, wo's u.a. ein Blu-Ray-Pack mit METAL TORNADO, H6 (cut) und 96 MINUTEN zu gewinnen gab. Die Frage dafür lautete: Wie hieß der eine Zombie-Streifen mit Lou Diamond Phillips, der vor ein paar Jahren mal rauskam? Nun ratet mal, wer die Lösung wusste und diese Top-Titel mit nach Hause nehmen durfte? ;)
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Samstag, 23. März 2013
STOKER (2013) Review
Park Chan-Wook's US-Debüt ist ein audiovisuell unfassbar präsize und liebevoll durchdachter Psycho-Family-Thriller, der in seiner Schnitt- und Kamera-technischen Narration vollmundig lecker stilisiert ist - dabei sogar die eher gewöhnliche und überraschungsarme Story maximal ausschöpft. Grundsätzlich steht diese auch weniger im Mittelpunkt, als das Ausspielen leidenschaftlicher Abneigung und erotischer Sehnsüchte, die in klimatischen Paraleelschnitt-Gewaltausbrüchen an die Decke gehen. Dafür hat man auch die denkbar besten Darsteller ausgewählt, die den perfiden Reigen der Unschuldsentsagung vorallem mit stechenden Blicken auskosten. Stil und Feeling stehen da also wieder mal über allem. Es ist natürlich schade, dass es Park Chan-Wook nach der Vengeance-Trilogie nicht mehr auf so ultradramatische Höhen und Larger-than-Life-Epen geschafft hat (mit diesem Film ja auch nicht), aber sein Gespür für Bild und Ton ist noch immer auf höchster Stufe - und so schafft er eine Sprache, die mindestens so stark und schön ist, wie die von Argento in SUSPIRIA (zumindest farbenpsychologisch war da OLDBOY aber noch weit ausgeprägter). Go watch it, aber leider erst im Mai zum offiziellen Kinostart in Deutschland. (gesichtet bei den FFF Nights in Hamburg)
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Samstag, 9. Februar 2013
THE LAST STAND (2013) - Review
Nach all dem Gezedere um gekürzte und ungekürzte Fassungen hatte ich endlich das Glück THE LAST STAND ordentlich ungekürzt im Kino sehen zu können. Hier nun also meine Meinung zum Film:
Kim Jee-Woon's US-Debüt und gleichzeitig designierter Schwarzenegger-Comeback-Film. Was die meisten Zuschauer von diesem Werk erwartet haben, war eine Rückkehr zur Old-School-Action - etwas wonach alle schreien, aber es sich höchstens in augenzwinkernd-ironisch-trashiger Form alà EXPENDABLES vorstellen können.
Kein Wunder also, dass LAST STAND dann doch nich so gut ankam. Denn LAST STAND verzichtet dankenswerterweise auf den Meta-Humor der EXPENDABLES-Reihe (besonders Teil 2), die den angestrebten Oldschool-Faktor auf ihre Art eher unter Wert verkauften. Dabei ist das Drehbuch von Andrew Knauer auch hier recht simpel und zweckmäßig, große Tiefe lässt es nicht zu - es bedient sich einer Storyline, die in den 90ern schon als normaler Actioner hätte durchgehen können, allerdings auch mit großen Anleihen an das Western-Genre - ein Faktor, den Kim Jee-Woon zu seinem Vorteil nutzt und entsprechend starke Momente daraus inszenieren kann (inkl. einem Soundtrack, der schon ein bisschen Morricone sein will).
Anfangs weiß man allerdings noch nicht so recht, wie warm man zum Streifen wird, in den Ton des Films muss man sich erstmal reinfinden - irgendwie merkwürdig unaufgeregt, aber geschmackssicher wirkt da z.B. die erste größere Actionsequenz, die Flucht des Gangsters Cortez aus den Fängen des FBI. Sobald er aber mit seiner Corvette in die Nacht entschwindet und Straßensperren wegputzt wie ein blitzschnelles Messer, kommt Woon's audiovisuell-versiertes Talent zum Vorschein. Im selben Zeitraum wird der erste Mord der Henchmen Cortez' in Arnie's Stadt vom Sheriffs Department investigiert und hier merkt man schon ein düsteres Unbehagen im Stile I SAW THE DEVIL's (dank des selben Cinematographers auch gut möglich), welches man von den Trailern nicht allzu sehr erwartet hätte - eine willkommene Stilfestlegung, die sich schließlich in der ersten Konfrontation des Bösen mit Sheriff Schwarzenegger zu einem würdevoll-heldenhaften Moment aufbaut.
Da aber *SPOILER* einer seiner Deputies im Kugelhagel stirbt *SPOILER ENDE* gibt es anders als üblich im neumodernen Action-Revival-Genre keine Zeit zum Wisecracken und One-Liner-Reißen. Hier wird um den gefallenen Freund getrauert und geschworen, diese Gangster aus Ehre aufzuhalten. In diesen Szenen sticht die Ehrerbietung am Western-Mythos am stärksten heraus und man ist geradezu verzückt, wie ernst und würdevoll sich diesem ehrfürchtigen Männerthemen gewidmet wird - allen voran wird dies durch Schwarzenegger deutlich, der in diesem Film nicht so sehr die Coolness (bis hin zur Witzfigur) raushängen lässt, wie man es hätte befürchten können, sondern tatsächlich angemessen ernste Nuancen in sein Spiel einbringen kann, wie man es von einem Sheriff erwartet (der hier sowieso deutlich an John Wayne angelehnt wurde).
Schließlich kommt es dann auch zu einem ordentlichen High-Noon, der in seiner inszenatorischen und narrativen Konzentration & Zielsicherheit wirklich befriedigend ist, auch wenn viele "Actionfans" eine ultrawilde Schlacht im Stile der EXPENDABLES 2-Eingangssequenz erwartet haben - was nicht heißt, dass Johnny Knoxville & Co. als Comic-Relief nicht genug unschuldigen Humor darzubieten und Woon nicht gerade sparsam mit den Blutbeuteln umgeht (sogar größtenteils echte squibs! - gut dass die 18er-Fassung doch noch fürs Kino durchgeboxt wurde, gekürzt möchte ich ihn mir nicht vorstellen).
Die Action und das ganze Handling der Story wirken dennoch insgesamt eleganter, zwar auch modern, aber trotzdem klarer, überlegter als es jeder EXPENDABLE schaffen würde. Und vor allem würdevoller, was den Umgang mit einem Charakterdarsteller wie Schwarzenegger betrifft - und genau das zählt am Ende des Tages - also Comeback gelungen? Ja! (nur nicht an den Kassen, schade drum - aber hat sich trotzdem gelohnt)
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