Donnerstag, 25. Dezember 2008

Big Trouble in Little China - Review


Wow! Ich wette das habt ihr nicht kommen sehen, der Fantasy-Kracher von John Carpenter aus dem Jahre 1986 kam vor kurzem bei mir ins Haus geflattert, unglücklicherweise nur als Single-Disc-Edition aufgrund von Kräften, die ich nicht kontrollieren kann (auf Amazon.de im Marketplace billig gekauft und wohl nicht richtig gelesen...naja). Nichtsdestotrotz ist dieser Streifen toll! Kurt Russell zeigt mit seiner Stuntman-Mike-Frisur schon 21 Jahre vor "Death Proof" wie BADASS er sein kann und Kim Cattrall war eben in ihrer besten Ära (siehe "Police Academy 1"), man kann sogar einmal ihre Nippel sehen, wenn man genau hinguckt (SWEET). Doch auch die Supporting Actors können sich sehen lassen: James Hong, Dennis Dun, Victor Wong und ganz besonders Shaolin-Kung-Fu-Bronzekämpfer-Superass Carter Wong lassen den Teufel tanzen als wär's Samstag Nacht! Jap, hier ist Martial Arts the King und die Werke der Shaw Bros. werden hier mehr als einmal zitiert/hommagiert. Uns werden knallbunte SFX, dutzende Bronzestatuen, unglaublich faltrige Mythenmonster, Kerker und Bambus geboten (Erinnerungen an "Blut der Roten Python" werden wach). Einige der Fightsequenzen sind dafür auch recht derbe (Armbrechen alà Seagal) und schraben nur knapp am R-Rating vorbei. "Big Trouble..." war damals einer der ersten Filme, die mit dem Wunsch auf ein PG-13-Rating gemacht wurden (so darf Russell ein einziges Mal "Fuck it" sagen), so dass vieles sehr abenteuerlich-jugendlich-spannend wie Indiana Jones ist und gleichzeitig auch ziemlich "POW POW POW, KOPF AB!" sein kann. So kann man wohl Unterhaltung für die ganze Familie bieten, schätz ich ma (auch wenn Kabel1 zur besten Sendezeit immer die härtesten Sachen rauskickt): Es gibt trockenen Humor von Seiten Russell's; ein ansehliches Mandelauge (Cattrall), klasse Effekte von Guru-Richard Edlund (jedesmal wenn das Carter Wong-Trio die Szene betritt mit ihren blauen Blitzen versetzt es mich in die Zeit zurück, als ich zum 1. Mal "Turtles 3" im Kino sah:); ein paar Grusel-Einlagen; ein echt unheimliches Haus, wo sich die ganze Scheiße hin konzentriert (klasse für Carpenter, da der ja gerne seine Plots um belagerte bzw. unheimliche Häuser/Mars-Stationen/Antarktika-Forschungszentren/Nachbarschaften/Raumschiffen/New York/L.A. kreisen lässt); einen kleinen schwebenden Monster-Klumpen, der fast zu niedlich ist, um gekillt zu werden (Lo Pan's Wächter, der für ihn alles sieht, ist gemeint); natürlich ne Menge böser Geister (Lo Pan selbst)...äh, Moment mal, das klingt alles nach Zutaten für das "Ghostbusters"-Rezept! Oh je, haben da wieder einige Leute versucht, auf einer Welle mitzuschwingen? Tss, tss, tss...Nun ja, es mag zwar "zum Teil" ein Rip-Off von Ghostbusters (und auch ein bisserl "Indiana Jones - Der Tempel des Todes") sein, aber das macht ihn noch lange nicht schlecht, keineswegs, dieser Streifen hat n Haufen Qualitäten für sich: Zum einen ist das ganze "Ancient China"-Setting eine liebevolle Verneigung vor dem großen Eastern-Genre und man sieht es auch in John Carpenter's Engagement (u.a. mit der Besetzung von Carter Wong), das hier wahre Freunde der Kinematik am Werk waren. Aufwändige Steadicamfahrten, ausgefallene Magic-Ideen und natürlich der Spaß am Geschehen (auch ersichtlich in der Spiellust des Casts) knallen einem wohlwollend vor den Latz.
Zum anderen: Die Musik. John Carpenter und Alan Howarth taten sich mal wieder zusammen und produzierten für diesen Streifen ein paar klasse Tracks. Sie geben den Kampfszenen den richtigen Drive und Mystik, pumpen einen mit preschigen Sequenzern auf, passen allgemein recht genial zur durchgeknallten Kung-Fu-Horrorshow. Man könnte auch sagen, dass die Mucke so klingt, als hätten sich "Baltimora" (bekannt durch den Hit "Tarzan Boy") Shogun Assassin angesehen und danach mal nen eigenen Soundtrack ausprobieren wollen. Schmissig, "Catchy", oft typisch Carpenter, aber immer fresh und aus den 80's. Eine erfrischende Abwechslung zu den alt-traditionellen Kabuki-Opern/Italo-Western-LP-Rip-Soundtracks klassischer Kung Fu-Filme. Genau das was man braucht, um in mir das Kind von 1993 (bis heute) zu wecken.
Kommen wir aber nun zum Kritikpunkt: Der Film ist etwas zu kurz. Man hätte sich einfach mehr Zeit mit der Charakterisierung unserer Prota/anta-gonisten und deren Umgebung Zeit lassen sollen, ich meine ich hab nichts dagegen, dass man zur Sache kommen will, aber wenn man schon versucht ein Stücken vom "Tempel des Todes"-Kuchen zu kriegen, darf es ruhig etwas epischer sein (damit mein ich Filmllänge, nicht Budget, ich erwarte keine Spielberg-Ausmaße). Es wirkte für mich (besonders in der 1. Hälfte des Streifens) so, als wenn der Film durch den AB-Film-Verleih nach Deutschland kam und diese ihn handlich zurechtklebte. Nun gut, nicht so extrem wie z.B. bei "Die 18 Bronzekämpfer" (ein weiterer Knallere mit Carter Wong), aber man merkt schon das etwas fehlt. Und das was fehlt, oh Schreck, befindet sich unter den Extras der 2. DVD, die ich leider nicht zur Hand habe. Würden sie den Film ergänzen? Das muss ich erstmal herausfinden (es gibt einen FanEdit, der 95% der Deleted Scenes in den Hauptfilm zurück integriert), bis dahin kann ich jedenfalls sagen, das der Kino-Cut recht rasant, abwechslungsreich, fantasievoll und vorallem unterhaltsam ist. Auch die dt. Synchro ist qualitativ mal wieder oben anzusiedeln: Joachim Tennstedt auf Russell ist zwar ungewöhnlich, aber geht absolut i.O., zudem sind noch weitere in Herz und Ohr geschlossene Stimmen zu vernehmen: Santiago Ziesmer, Ronald Nitschke, Peter Schiff, Harry Wüstenhagen, Simone Brahmann und viele mehr! Eine wahre Berliner-Leistung wieder mal!
So, um der ganzen Geschichte jetzt noch einen schönen Schluss zu setzen: Ich hätte nichts gegen eine Fortsetzung. Der alte Kurt kann es heute noch krachen lassen, Computereffekte können mit wenig Budget schon ne Menge Wunder anrichten (mehr Epik, hehe, doch bitte nicht zuviel CGI), Kung-Fu mag eh jeder und an Humor kann man heute auch ne Menge aufstocken, wenn man bedenkt, was manche PG-13-Streifen sich schon erlauben. Vielleicht mal wieder eine erfrischende Abwechslung vom John Carpenter der letzten Jahre, der größtenteils für halbgares Horrorfutter und immer schlimmeren "Remake-Erlaubungen" seiner Klassiker sorgte. Wir wissen doch alle, dass er andere Genres beherrscht (siehe "Elvis" und "Starman"), also warum nicht nochmal eine bunte Ladung genial-trashiger Kung-Fu-Fantasy-Labyrinth-BADASS-Comedy-Action-Mystik mit brachialen Straßenkämpfen liefern?

"It's all in the reflexes!"


EDIT: Ich konnte nun (1. 1. 2009) diesen einen Fanedit ansehen, ihr wisst schon, den mit den 95 % Plus an Deleted Scenes. Ich muss schon sagen, der Streifen wurde richtig schön abgerundet und hat so ziemlich jeden meiner Kritikpunkte über die Straffung der Story aus dem Weg geräumt. Wer den Film mag, wird diese Fassung lieben (denk ich mal, so heißt es doch immerhin, nich?)!

Kommentare:

Martin Hentschel hat gesagt…

Kim Catrall ..ja in "Porkys" war die auch hot :)

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Stimmt, mit ihrem Stöhnmarathon^^ Das war auch genial:)