Freitag, 26. Dezember 2008

"Der Ostfriesen-Report"/"Auf ins blaukarierte Himmelbett" (1973/1974)


Zwei Erotik-"klassiker", ein Review. Yeah, heute sind wir echt fancy! "Der Ostfriesen-Report" von Walter Boos bringt uns einer Welt näher, die wir so noch nicht kennen (ausser vielleicht durch "Otto" und Reisen im Inland, aber ich setze mal vorraus, dass 90% der Bevölkerung eh zuhause bleibt, also...), nämlich die der Ostfriesen (OH SCHRECK!), die mindestens genauso versaut sind wie...die Bayern! Besonderer Pluspunkt für OFL: Die Frauen (ok, die Schauspieler die sie hierfür engagiert haben) sind dort echt üppig und die Umgebung ist mal ne nette Abwechslung vom Tiroler/Kumpel/Berlin-Standard, man fühlt sich recht heimisch (warum es damals kein Lederhosen/DDR-Crossover (FKK!) gab, werde ich wohl nie verstehen). Vorallem Alexandra Bogojevic als Bauern-Wiebke lässt die "Herzen" höher springen, denn wie jeder weiß, steckt an ihr mehr dran als n Kirschbaum im Sommer (plus Ausblick auf ihre Kirsche). Rrrrr... Die Charaktere in diesem Film sind diesmal sogar einigermaßen sympathisch, weil, Überraschung, eine Handlung vorhanden ist! Von wegen "Report". Hier wird tatsächlich Charakterisierung betrieben, wobei Josef Moosholzer als tollpatschiger Loser für mich den Sympathiedaumen nach oben kriegt, da seine 2 Mitstreiter, Theo und Lisa, ein paar echte Hyänen für mich sind und das aufgrund einer Szene: Er geht mit den beiden in ein Restaurant, hat mächtig Kohldampf, bestellt sich n Schnitzel, die beiden nischt, sie lenken ihn daraufhin ab, verputzen das Schnitzel, lassen ihn im Irrglauben und, Jetzt kommt's, BEZAHLEN AUCH NOCH DAS SCHNITZEL! Toll, das hat echt Sinn gemacht, ihr gierigen Arschlöcher! Nichtsdestotrotz hat Theo den wohl besten Satz des Films bekommen: "Es reicht. Jetzt wird aus Rache gebumst!", ein Spruch den ich mir gerne auf's T-Shirt drucken lasse.
Fazit: Der Streifen strotzt voller schlechter (darum wieder guter) Wortspiele, hohlster Ostfriesenwitze (vollkommen in München von Münchenern synchronisiert versteht sich), unzähligen Vögelszenen, einem Plot (!) und einer ansprechenden Umgebung. Das Nostalgia-Feeling ist überall und der Soundtrack ist auch recht schmissig, knapp vom Super-Sein entfernt. Dennoch sehenswert für Leute mit zuviel Freizeit und dem gewissen Schelmentum (hier sitzt er). Und sowieso: Titten + Ostfriesland, das ist von Gesetz her schon Kult.

Auf DVD von WVG Medien GmbH erschienen. Das Bild ist recht gut, nicht anamorph, aber egal, leicht knarziger Ton, eh normal. Als Extras sind mehrere Trailer zu weiteren Erotic Classics vorhanden, wobei einige ziemlich "versaute" Zeichentricksequenzen haben und ganz offensichtilich auch Pornos sind. Diese Filme kommen nächstes Jahr raus, aber ob sie dann noch Pornos bleiben, wird sich zeigen. Bis jetzt hat WVG sich immer drumrum gekürzt. Ma schaun.

Okay, hin zu "Auf ins Blaukarierte Himmelbett". Eine typische Allgäu-Story mit Sex aufgepeppt. Im Grunde geht's um die Suche der Dorfgemeinde Vögelbrunn nach dem legendären Napoleonschatz in ihrer Nachbarschaft. Nebenbei läuft eine "inzestuöse" Affäre zwischen der Tochter des Bürgermeisters und des Sohnes einer Bauernfrau (und des Bürgermeisters!) ab. Doch am Ende finden sie alle zusammen und lösen ihre Konflikte, selbst die moralisch bedenkliche "Geschwisterliebe" findet ein Happy-End (das 10 Minuten vor Ende an den Haaren herbeigezogen wurde) und wäre wohl der einzige Grund für die FSK-18-Freigabe, denn die Sexszenen sind nach heutigen Maßen und Ideologien eher "Schulmädchenreport 8"-Niveau. Der Streifen an sich bietet allerdings auch nicht viel mehr und hat mich doch etwas enttäuscht. Aber ich will nicht nur Schlechtes über den Film sagen. So infantil sein "Humor" auch ist, jedesmal wenn Herbert Fux auf seinem Fahrrad über die Leinwand fuhr, frohlockte mein Herz, der Typ ist einfach der Knaller und nahm sich sogar die Zeit sich selbst zu synchronisieren, ebenso Josef Moosholzer, der hier weniger sympathisch rüberkommt als bei den "Ostfriesen" und Rosl Mayr, die bei den Ostfriesen nicht dabei war, aber hier wenigstens wieder für den Granny-isch-luschtich-Faktor sorgt.
Natürlich muss ich wieder ein besonderes Lob an die Darstellerinnenauswahl ausgeben, schließlich versammeln sich hier Judith Fritsch (YAMMI!), Rita Waldenberg ("Hurra...Die deutsche Sexpartei"), Marisa Feldy ("Schulmädchenreport 8"), Karin Lorson ("Im Gasthaus zum scharfen Hirschen"), Marie Luise Lusewitz (HA! "Ostfriesen-Report"^^) und Ingeborg Moosholzer (ähm...naja) zum Stelldichein.
Ist doch ansehlich, nicht wahr? Naja, wenn man mal die Lahmigkeit der Story (besonders im 2.Akt) ausser Acht lässt, ist das doch noch immer ein okayer Film nich? Gebt euch n Ruck... Ach, was soll's, ich bereue nichts.

Auf DVD ist dieser Film auch von WVG Medien GmbH erschienen in gutem S-VHS-Bild (4:3), leicht knarzigen Mono (selbstverständlich) mit nur einem Extra, dem Trailer zu "Rasputin-Orgien am Zarenhof" (ohne Hardcore-Inhalt).